Deutsche Bank rüstet ihre Investmentbank technologisch auf. Heute wurde bekannt, dass die Bank die KI-Plattform Farsight in ihren Teams für Investment Banking und Capital Markets in Europa und Nordamerika einsetzt. Parallel dazu verschärft sich im Privatkundengeschäft der Wettbewerb ums neue Altersvorsorgedepot.
KI läuft im eigenen Haus
Die Lösung läuft on-premise, also komplett innerhalb der technischen Umgebung der Bank. Sensible Daten, internes Wissen und Arbeitsabläufe verlassen das Haus nicht. Das ist für ein global reguliertes Institut ein zentrales Kriterium.
Die Software greift auf frühere Arbeiten, interne Standards und eigene Daten zurück. Banker erzeugen und überarbeiten Unterlagen über eine Chat-Oberfläche, die Rückmeldungen über die Zeit einbezieht. Gedacht ist das für Pitch-Präsentationen, Memos und Finanzmodelle.
George Tierney, Global Chief Operating Officer für M&A bei der Deutschen Bank, begründet den Schritt mit den unterschiedlichen Anforderungen der einzelnen Teams: Jede Gruppe habe eigene Standards dafür, was vor den Kunden gelangt.
Kontrolle und Anpassbarkeit seien der Schlüssel, damit KI in einem globalen, regulierten Konzern funktioniere. Kursrelevant ist die Meldung kaum, sie zeigt aber, wohin die Bank bei Effizienz und Produktivität investiert.
Preiskampf beim Altersvorsorgedepot
Im Heimatmarkt wird die Konkurrenz härter. Trade Republic bietet das staatlich geförderte Altersvorsorgedepot ohne Depot- und Ausführungskosten an, bei mehr als 50 ETFs entfällt zudem die laufende Verwaltungsgebühr. Der Online-Broker hat über zehn Millionen Kunden in Europa und verwaltet mehr als 150 Milliarden Euro.
Die Deutsche Bank setzt auf ein von der Fondstochter DWS entwickeltes Standarddepot. Die jährlichen Kosten sollen in den ersten zwei Jahren bei 0,1 Prozent liegen, danach bei 0,28 Prozent. Geplant ist außerdem ein Depot mit Beratung für 0,99 Prozent pro Jahr.
Der Preisvergleich zeigt, wie eng das Feld wird. Die Dekabank veranschlagt für ihr Standarddepot 0,1 Prozent, Scalable Capital wirbt mit einem „Renten-Bonus“. Laut einer Branchenstudie planen über 90 Prozent der befragten Institute ein solches Produkt, Kundenbindung zählt dabei mehr als Wirtschaftlichkeit.
Aktie nahe Rekordniveau
Die Aktie notierte am Vormittag bei 30,54 Euro und damit gut ein Prozent im Plus. In Anlegerforen wird bereits über ein neues Allzeithoch diskutiert. Die Analysten-Kursziele liegen zwischen 36 und 43 Euro, von sieben Häusern rät nur eines zum Halten.
Für 2027 startet das Altersvorsorgedepot, dann zeigt sich, ob die DWS-Lösung gegen die Gratis-Angebote der Neobroker Kunden hält.
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