Die Deutsche Bank hat am Dienstag ein neues Aktienrückkaufprogramm über bis zu 500 Millionen Euro gestartet. Es läuft bis spätestens 11. Dezember 2026 und umfasst maximal 50 Millionen Aktien. Damit setzt das Institut eine Kapitalstrategie fort, die bereits im Sommer angekündigt worden war.
Erst am Vortag hatte die Bank den Abschluss des vorherigen Programms vermeldet: Zwischen dem 26. Februar und dem 21. August wurden 35,7 Millionen Aktien zurückgekauft, das entspricht 1,87 Prozent des Grundkapitals. Der volumengewichtete Durchschnittskurs lag bei 28,00 Euro je Aktie – deutlich unter dem aktuellen Kursniveau von 34,80 Euro.
In der Summe wird sich das Rückkaufvolumen für das laufende Jahr auf 1,5 Milliarden Euro belaufen, nach 1 Milliarde Euro im Vorjahr. Für Anleger ist das ein Signal: Das Management sieht die eigene Aktie weiterhin als attraktiv bewertet an, obwohl der Kurs seit dem Jahrestief im März um 47 Prozent zugelegt hat.
Rekordquartal als Basis der Ausschüttungen
Die Kapitalrückführungen stehen auf solidem fundamentalem Fundament. Im zweiten Quartal erzielte die Deutsche Bank ein Nachsteuerergebnis von 1,9 Milliarden Euro – ein neuer Höchstwert für ein zweites Quartal und ein Plus von 10 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.
Der Vorsteuergewinn kletterte um 11 Prozent auf 2,7 Milliarden Euro, das verwässerte Ergebnis je Aktie stieg um 19 Prozent auf 0,57 Euro. Für die ersten sechs Monate des Jahres meldete das Institut einen Rekordgewinn nach Steuern von 4,1 Milliarden Euro, ein Anstieg von 9 Prozent.
Die Bank orientiert sich dabei an einer Ausschüttungsquote von 60 Prozent. Bereits bei Vorlage der Halbjahreszahlen Ende Juli hatte das Management ein weiteres Rückkaufprogramm von 500 Millionen Euro für das zweite Halbjahr angekündigt – nun wurde es umgesetzt.
Strategische Weichenstellungen abseits des Kapitalmarkts
Parallel zur Kapitalstrategie treibt die Deutsche Bank ihre technologische und internationale Positionierung voran. Sie wurde als Key Design Partner für Google Clouds „Gemini Enterprise for Financial Services“ ausgewählt, eine Lösung, die laut Bloomberg Prozesse wie Kreditrisikobeurteilung und Portfolio-Monitoring automatisieren soll.
Zudem hatte die People’s Bank of China die Deutsche Bank bereits am 10. August zur Renminbi-Clearing-Bank für Europa mit Sitz in Frankfurt ernannt – als erste ausländische Bank in Europa mit dieser Funktion. Das Institut will darüber künftig grenzüberschreitende Transaktionsabwicklung in chinesischer Währung für europäische Institute und Unternehmen anbieten.
Auch aus den eigenen Reihen kommen positive Signale: Vorstandsmitglied Alexander Wynaendts und Aufsichtsratsmitglied Sigmar Gabriel führten am 30. Juli Aktienkäufe durch, die auf einen bereits im Mai erteilten Auftrag zurückgingen.
Bewertung nähert sich Rekordniveau
Der Kurs der Deutschen Bank notiert mit 34,80 Euro nur noch 0,6 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 35,02 Euro, das Ende August erreicht wurde. Auf Monatssicht steht ein Plus von 12 Prozent zu Buche, über zwölf Monate summiert sich der Anstieg auf 15 Prozent.
Der Relative-Stärke-Index von 70,4 deutet auf eine überkaufte Marktlage hin – ein Hinweis darauf, dass die jüngste Rally an Tempo verlieren könnte, auch wenn die operative Entwicklung des Instituts weiterhin Rückenwind liefert.
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