Goldman Sachs hat der Deutschen Bank einen ungebetenen Vorgeschmack geliefert. Die US-Investmentbank überraschte zwar beim Gewinn — ihr FICC-Geschäft aber, also der Handel mit Anleihen, Währungen und Rohstoffen, enttäuschte mit einem Ertragsrückgang von zehn Prozent. Für Frankfurt ist das kein gutes Omen.
Der Grund: Die Deutsche Bank erzielt rund ein Viertel ihrer Konzernerträge in genau diesem Segment. Das Management hatte bereits selbst angedeutet, dass die FICC-Erträge im ersten Quartal leicht unter dem starken Vorjahreswert liegen dürften. Die Goldman-Zahlen bestätigen diesen Trend — und der Markt reagierte entsprechend. Die Aktie notiert bei 28,06 Euro, seit Jahresbeginn liegt sie rund 16 Prozent im Minus.
Technisch unter Druck
Das Chartbild gibt wenig Anlass zur Entspannung. Nach einem „Rounded Top“ zwischen Dezember 2025 und Februar 2026 hat die Aktie ihren primären Aufwärtstrend vorerst beendet. Die entscheidende Hürde liegt bei der 200-Tage-Linie — und die verläuft aktuell bei rund 28,41 Euro, also knapp über dem aktuellen Kurs.
Ein nachhaltiger Ausbruch über 28,50 Euro wäre nötig, um die laufende Schwächephase zu stoppen. Gelingt das nicht, rückt die Unterstützungszone bei 26,70 Euro in den Blickpunkt.
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Langfristige Weiche gestellt
Abseits der kurzfristigen Belastungen arbeitet die Bank an ihrem Wachstumsprofil. Am 16. April bestätigte das Institut die engere Integration der Deutschen Oppenheim Family Office AG in die Konzernstruktur — ein klares Signal, dass das Geschäft mit sehr vermögenden Privatkunden ausgebaut werden soll.
Ab September 2026 übernimmt Philipp Wehle die Leitung der neuen Einheit „Strategic UHNW Clients“. Wehle war zuvor CEO des internationalen Wealth Managements bei der Credit Suisse und soll das Geschäft mit Family Offices und institutionell agierenden Privatkunden skalieren.
Alles auf den 29. April
Der eigentliche Test kommt in knapp zwei Wochen. Am 29. April veröffentlicht die Deutsche Bank ihre Ergebnisse für das erste Quartal 2026. Neben der FICC-Entwicklung werden Kostendisziplin und die Stabilität der Nettozinserträge im Mittelpunkt stehen — zwei Faktoren, die darüber entscheiden, ob die aktuelle Bewertung zu halten ist oder weiterer Druck entsteht.
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