Starke Quartalszahlen und eine Kursrally auf der einen Seite, streikende Mitarbeiter auf der anderen. Bei der Deutschen Bank prallen derzeit zwei Realitäten aufeinander. Am Mittwoch kletterte die Aktie um fast sechs Prozent auf 27,81 Euro. Der RSI-Indikator signalisiert mit einem Wert von knapp 90 eine stark überkaufte Situation. An der Börse honorieren Anleger die robuste operative Entwicklung. Intern schwelt ein Tarifkonflikt, der das Privatkundengeschäft belastet.
Warnstreiks im Filialvertrieb
Die Gewerkschaft Verdi hat in den vergangenen Tagen bundesweit rund 9.000 Beschäftigte der konzerneigenen Postbank zur Arbeitsniederlegung aufgerufen. Betroffen sind neben dem Filialvertrieb auch Zentraleinheiten. Die Arbeitnehmervertreter fordern acht Prozent mehr Lohn, mindestens aber 300 Euro monatlich. Auszubildende sollen einen festen Aufschlag erhalten.
Hinter den Geldforderungen verbirgt sich ein tieferliegendes Problem. Die laufende Integration der Postbank geht mit Filialschließungen und Umstrukturierungen einher. Viele Mitarbeiter fürchten um ihre Standorte. Entsprechend vehement pocht Verdi auf eine Beschäftigungssicherung und einen Rechtsanspruch auf Weiterbildung. Dieser soll explizit auch den Umgang mit Künstlicher Intelligenz umfassen. Laut Verhandlungsführer Jan Duscheck spiegelt das bisherige Angebot der Arbeitgeberseite die hohe Belastung der Belegschaft nicht wider.
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Dividende im Fokus
Trotz der Unruhe im Privatkundengeschäft steht das Institut finanziell stabil da. Im Auftaktquartal erwirtschaftete die Bank eine Nachsteuerrendite auf das materielle Eigenkapital von 12,7 Prozent. Die harte Kernkapitalquote lag bei soliden 13,8 Prozent.
Aktionäre sollen von dieser Entwicklung profitieren. Für die Hauptversammlung am 28. Mai schlagen Vorstand und Aufsichtsrat eine Dividende von 1,00 Euro je Aktie vor. Das entspräche einem Aufschlag von rund 50 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Auf der Agenda steht ferner ein Wechsel im Kontrollgremium. Henkel-Chef Carsten Knobel soll den scheidenden Aufsichtsrat Frank Witter ersetzen.
Zähe Verhandlungen erwartet
Am 18. Mai treffen sich Verdi und die Bank in Frankfurt zur nächsten Verhandlungsrunde. Eine rasche Einigung gilt als unwahrscheinlich. Im vergangenen Tarifstreit brauchten beide Seiten fünf Anläufe für einen Kompromiss. Der Ausgang der aktuellen Gespräche wird maßgeblich bestimmen, wie sich die Kosten im Privatkundengeschäft in den kommenden Quartalen entwickeln.
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