Am Freitag erlebte die Dell-Aktie einen der spektakulärsten Handelstage ihrer Geschichte. Ein Plus von mehr als 33 Prozent katapultierte den Kurs auf ein neues Allzeithoch — ausgelöst von Quartalszahlen, die Analysten in nahezu jeder Kennzahl weit hinter sich ließen.
Zahlen jenseits aller Erwartungen
Dell erzielte im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2027 einen Umsatz von 43,84 Milliarden Dollar — ein Plus von 88 Prozent gegenüber dem Vorjahr und deutlich über der Konsensschätzung von 35,5 Milliarden Dollar. Das bereinigte Ergebnis je Aktie kam bei 4,86 Dollar herein, fast doppelt so hoch wie die erwarteten 2,94 Dollar.
Treiber ist die Infrastructure Solutions Group. Das Segment erzielte 29 Milliarden Dollar Umsatz, ein Anstieg von 181 Prozent. Innerhalb dieser Sparte legten KI-optimierte Server um 757 Prozent auf 16,13 Milliarden Dollar zu. Der Auftragsbestand für KI-Server erreichte zum Quartalsende 51,3 Milliarden Dollar.
Pentagon-Vertrag und drastisch angehobener Ausblick
Dell sicherte sich außerdem einen Fünfjahresvertrag mit dem US-Verteidigungsministerium im Volumen von 9,7 Milliarden Dollar. Der Auftrag umfasst die Zentralisierung von Microsoft-Softwarelizenzen für Militär, Geheimdienste und Küstenwache — und soll dem Pentagon jährlich rund 422 Millionen Dollar einsparen.
Das Management hob die Jahresprognose für 2027 erheblich an. Der erwartete Gesamtumsatz liegt nun zwischen 165 und 169 Milliarden Dollar, gegenüber zuvor 138 bis 142 Milliarden Dollar. Allein der KI-Server-Umsatz soll auf rund 60 Milliarden Dollar steigen — ein Anstieg von 144 Prozent zum Vorjahr.
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Breitenwirkung und Analystensicht
Die Zahlen zogen Sympathiebewegungen bei Wettbewerbern wie Hewlett Packard Enterprise und Super Micro Computer nach sich. Mehrere Großbanken reagierten mit Kurszielhebungen: JPMorgan, Bank of America und Wells Fargo setzten ihre Ziele auf mindestens 500 Dollar, Susquehanna sogar auf 700 Dollar.
Auf Jahressicht hat sich die Aktie vervierfacht — vom 52-Wochen-Tief bei 94,40 Euro auf das aktuelle Allzeithoch von 361,75 Euro. Kein anderer Wert im Technologiesektor hat in diesem Zeitraum eine vergleichbare Kursperformance gezeigt.
Als Risikofaktor nannte das Unternehmen selbst mögliche Engpässe bei Hochbandbreitenspeicher und Prozessoren. Ob die Lieferkette mit dem Bestellvolumen von 24,4 Milliarden Dollar allein in diesem Quartal mithalten kann, wird die entscheidende operative Frage der kommenden Monate sein.
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