Niklas Östberg bleibt Delivery Hero langfristig als Vorstandschef erhalten. Das Berliner Unternehmen teilte am Donnerstag mit, dass der Manager über den 31. März 2027 hinaus im Amt verbleibt.
Grund für das Festhalten an der Führungsspitze ist die veränderte Lage durch das Übernahmeangebot des US-Konzerns Uber. Östbergs regulärer Dienstvertrag läuft noch bis zum 30. April 2029. Zuvor hatte er im Mai angekündigt, seinen Posten spätestens im Frühjahr 2027 abzugeben.
Mit dieser Entscheidung setzt das Unternehmen auf Kontinuität in einer Phase tiefgreifender Veränderungen. Die anstehende Integration in den Uber-Konzern stellt für Delivery Hero die bedeutendste Weichenstellung der Firmengeschichte dar. Östberg soll den Lieferdienst nun durch die behördlichen Prüfungen und die geplante Zusammenführung steuern.
Übernahmeangebot nimmt wichtige Hürden
Uber bietet den Aktionären 41,50 Euro je Aktie in bar. Damit wird das gesamte Eigenkapital von Delivery Hero mit rund 12,9 Milliarden Euro bewertet. Die Frist zur Annahme der Offerte läuft bis zum 5. November 2026.
Großaktionär Prosus unterstützt das Vorhaben und hat seine Anteile zugesagt. Damit hat der Fahrdienstleister die Mindestannahmeschwelle rechnerisch bereits gesichert. Das Management rechnet damit, dass der Zusammenschluss nach den wettbewerbsrechtlichen Prüfungen planmäßig abgeschlossen werden kann.
Garantien für Standort und Belegschaft
Für den Standort Berlin sind verbindliche Zusagen vereinbart worden. Uber garantiert, die Konzernzentrale sowie die Arbeitsplätze bis mindestens 2029 zu sichern. Zudem beabsichtigt der US-Konzern, in den kommenden fünf Jahren zwei Milliarden Euro in Deutschland zu investieren.
Diese Vereinbarungen sollen den Beschäftigten Sicherheit bieten und das Genehmigungsverfahren erleichtern. Für Uber bedeutet der Schritt einen strategischen Ausbau der Präsenz auf dem deutschen Markt.
Operativer Zuwachs stützt den Aktienkurs
Auch im operativen Geschäft setzte sich das Wachstum fort. Im zweiten Quartal 2026 stieg das bereinigte Bruttowarenvolumen um 11,3 Prozent auf 13,2 Milliarden Euro.
Die anhaltende Expansion stärkt das Vertrauen der Investoren in die Ertragskraft des Lieferdienstes. Gleichzeitig verringert das solide Abschneiden die Unsicherheit für die anstehende Eingliederung.
Am Kapitalmarkt sorgte die geplante Übernahme für spürbaren Auftrieb. Seit Jahresanfang verzeichnet die Aktie ein Kursplus von 59 Prozent. Am Freitag beendete das Papier den Handel bei 36,25 Euro.
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