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Delivery Hero Aktie: Andienungsfrist startet

Delivery Hero meldet bessere Halbjahreszahlen und hebt die Jahresziele an, während Aktionäre ihre Aktien bis 5. November Uber anbieten können.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Uber bietet 41,50 Euro je Aktie
  • Andienungsfrist endet am 5. November
  • Bereinigtes EBITDA über Markterwartung
  • Jahresziele für 2026 angehoben

Die Übernahme durch Uber nimmt konkrete Form an. Delivery-Hero-Aktionäre können ab sofort ihre Aktien andienen — die Frist läuft bis zum 5. November. Parallel dazu legte der Berliner Lieferkonzern Zahlen vor, die zeigen: Operativ läuft es besser als gedacht, auch wenn der Übernahmepreis den Kurs längst dominiert.

Uber bietet 41,50 Euro, Prämie über 100 Prozent

Uber zahlt 41,50 Euro je Aktie in bar. Das entspricht einem Aufschlag von 108 Prozent auf den unbeeinflussten Schlusskurs vom 8. Mai und von 127 Prozent auf den Drei-Monats-Durchschnittskurs bis zu diesem Stichtag. Vorstand und Aufsichtsrat von Delivery Hero haben ihre Unterstützung für das Angebot bereits zugesagt, die Transaktion bewertet das Unternehmen mit rund 13 Milliarden Euro.

Im Zuge der Übernahme muss Delivery Hero Teile seines Geschäfts abgeben: In 14 Ländern verkauft der Konzern seine Aktivitäten für 1,4 Milliarden Euro an die US-Investmentgesellschaft SSW Partners — insgesamt gibt das Unternehmen damit 22 Prozent seiner Märkte auf, in denen es bislang mit Uber konkurrierte.

Von aktuell 65 aktiven Märkten bleibt also ein deutlich schlankeres Portfolio übrig. CFO Marie-Anne Popp rechnet mit einem Abschluss der Transaktion im zweiten Halbjahr 2027.

Operatives Geschäft übertrifft Erwartungen

Bis zum Closing bleibt Delivery Hero eigenständig börsennotiert — und liefert Zahlen, die über den Erwartungen liegen. Das bereinigte EBITDA im ersten Halbjahr stieg auf 426,7 Millionen Euro, während der Markt einen Rückgang auf 396 Millionen Euro erwartet hatte. Die Marge blieb bei 1,7 Prozent stabil, statt wie prognostiziert auf 1,6 Prozent zu sinken.

Der Vorstand hob deshalb die Jahresprognose an. Beim bereinigten EBITDA rechnet das Unternehmen nun mit 960 Millionen bis 1 Milliarde Euro, nachdem zuvor nur das obere Ende einer Spanne von 910 bis 960 Millionen Euro in Aussicht stand.

Auch beim Umsatzwachstum (17 bis 19 statt 14 bis 16 Prozent) und beim freien Cashflow (mehr als 250 statt mehr als 200 Millionen Euro) schraubt der Konzern die Ziele nach oben. Bernstein Research bestätigte die Einstufung „Outperform“ mit einem Kursziel von 41,50 Euro — exakt auf Höhe des Uber-Angebots.

Ein Wachstumstreiber liegt im KI-Einsatz: Bei der Tochter Glovo führte der Einsatz eines agentischen KI-Assistenten unter kontrollierten Testbedingungen zu 15 Prozent mehr Bestellungen bei teilnehmenden Restaurants. Das Tool unterstützt bereits mehr als 40.000 der rund 1,5 Millionen Partner der Gruppe, ein breiterer Rollout ist angekündigt.

Für Aktionäre bleibt die entscheidende Zahl unverändert: 41,50 Euro. Bis zum 5. November müssen sie entscheiden, ob sie ihre Anteile Uber andienen — operative Fortschritte hin oder her.

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Diskussion zu Delivery Hero

Felix Baarz

Felix Baarz ist Wirtschaftsjournalist mit mehr als 15 Jahren Erfahrung in der Berichterstattung über internationale Finanzmärkte. Als gebürtiger Kölner begann er seine Laufbahn bei einer deutschen Fachpublikation, bevor er für sechs Jahre nach New York zog.

In New York berichtete er direkt aus dem Zentrum der globalen Finanzwelt über Entwicklungen an der Wall Street und wirtschaftspolitische Entscheidungen von internationaler Tragweite. Diese Zeit prägte seine analytische Herangehensweise an komplexe Wirtschaftsthemen.

Heute arbeitet Baarz als freier Journalist für führende deutschsprachige Wirtschafts- und Finanzmedien. Seine Schwerpunkte liegen auf der fundierten Analyse globaler Finanzmärkte und der verständlichen Aufbereitung wirtschaftspolitischer Zusammenhänge. Neben seiner schriftlichen Arbeit moderiert er Fachdiskussionen und nimmt an Expertenrunden teil.

Sein journalistischer Ansatz kombiniert tiefgreifende Recherche mit präziser Analyse, um Lesern Orientierung in einer sich wandelnden Wirtschaftswelt zu bieten.