Uber hat sein Übernahmeangebot für Delivery Hero offiziell vorgelegt — und gleich einen zweiten Deal mitgeliefert. Der Berliner Lieferkonzern trennt sich im Zuge der Transaktion von Geschäftseinheiten in 14 Ländern. Käufer ist die US-Investmentgesellschaft SSW Partners, der Kaufvertrag ist bereits unterzeichnet.
Betroffen sind unter anderem die Aktivitäten in Österreich, Spanien, Polen, Griechenland und der Türkei. Der vereinbarte Kaufpreis liegt bei 1,4 Milliarden Euro. Der Vollzug soll zusammen mit dem Übernahmeangebot in der zweiten Jahreshälfte 2027 erfolgen.
Aktie hinkt der Offerte hinterher
Uber bietet 41,50 Euro je Delivery-Hero-Aktie und bewertet den Konzern damit mit 12,6 Milliarden Euro. Vorbörslich zog der Kurs um 1,6 Prozent auf 38,80 Euro an — ein Niveau, auf dem die Aktie zuletzt im Oktober 2024 notierte. Zur Offerte fehlt damit noch ein spürbares Stück, vom Rekordhoch aus dem Pandemiejahr 2021 bei 145,40 Euro ganz zu schweigen.
Die Mindestannahmeschwelle liegt bei 50 Prozent plus einer Aktie. Uber selbst hält bereits knapp 25 Prozent, hinzu kommen Finanzinstrumente über weitere knapp 12 Prozent. Großaktionär Prosus hat sich unwiderruflich verpflichtet, seinen Anteil von rund 17 Prozent einzuliefern — ein wichtiger Baustein für das Erreichen der Schwelle.
Uber sichert im Gegenzug den Fortbestand der Berliner Zentrale sowie der regionalen Betriebszentren zu und will für drei Jahre auf einen Beherrschungsvertrag verzichten. Bis 2031 sollen zudem rund zwei Milliarden Euro in Deutschland investiert werden.
Deutsche-Bank-Analystin Nizla Naizer verdoppelte ihr Kursziel auf 40 Euro und verwies auf den fast 70-prozentigen Kursanstieg seit Jahresbeginn. Ihre Einstufung bleibt dennoch bei „Hold“ — die Bewertung erscheine im Vergleich zur schneller wachsenden und profitableren US-Konkurrenz bereits angemessen.
Der Länderverkauf an SSW Partners zeigt, dass die Transaktion über die reine Übernahmeofferte hinausgeht. Wie der Markt die Kombination aus Portfoliobereinigung und milliardenschwerer Übernahme über die kommenden Monate bis zum geplanten Vollzug 2027 bewertet, dürfte sich an der Entwicklung der Annahmequote ablesen lassen.
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