Millionen-Gewinne auf dem Papier, ein Kurs im freien Fall an der Börse. Bei DeFi Technologies klaffen Realität und Marktstimmung extrem auseinander. Die Aktie beendete den Freitag bei 0,48 Euro. Damit summiert sich der Wertverlust auf rund 80 Prozent innerhalb von zwölf Monaten.
Gewinne treffen auf Verkaufsdruck
Der Krypto-Asset-Manager verdient operativ solides Geld. Das letzte Quartal brachte einen Nettogewinn von 4,9 Millionen US-Dollar. Der Umsatz erreichte einen zweistelligen Millionenbereich. Hinzu kommt ein massives Finanzpolster. Das Unternehmen sitzt auf Barreserven und Kryptowährungen im Wert von rund 156 Millionen Dollar.
Die verwalteten Vermögen stiegen zuletzt auf rund eine halbe Milliarde kanadische Dollar. Allein im April verzeichnete die Firma hohe Mittelzuflüsse. Das Management sprach dennoch vom bisher härtesten Quartal des Krypto-Abschwungs. Die Folge: Der Aktienkurs bleibt schwach und notiert deutlich unter seinem 200-Tage-Durchschnitt.
Institutionelle Käufer greifen zu
Während viele Privatanleger kapitulieren, stocken Großinvestoren massiv auf. Gleich fünf namhafte Vermögensverwalter bauten zuletzt parallel neue Beteiligungen auf. Darunter befinden sich Branchengrößen wie Brevan Howard und Galaxy Digital. Andere Adressen agieren sogar noch offensiver:
- Charles Schwab verfünffachte seinen Bestand auf über sieben Millionen Aktien.
- Millennium Management verdoppelte seine bestehende Position.
Reverse Split und SEC-Prüfung
Auf Unternehmensebene bereitet der Vorstand einen spürbaren Eingriff vor. Aktionäre stimmten Ende Juni für eine Aktienzusammenlegung. Das Tauschverhältnis kann bis zu 12-zu-1 betragen. Das Management bezeichnet diesen Schritt als rein technische Anpassung der Kapitalstruktur. Der fundamentale Firmenwert ändert sich durch diese Maßnahme nicht.
Parallel dazu rückt die amerikanische Aufsichtsbehörde SEC in den Fokus. Sie startete Anfang Juli eine 60-tägige Konsultationsphase. Im Zentrum stehen mögliche neue Richtlinien für Krypto-ETFs. Diese Überprüfung könnte den Weg für institutionelles Kapital erleichtern. Davon würde vor allem die Firmentochter Valour direkt profitieren.
Das Marktumfeld für DeFi Technologies sortiert sich derzeit neu. Ein positives Signal aus dem laufenden SEC-Verfahren würde das Kerngeschäft des Unternehmens massiv stützen. Bis zum Abschluss dieser Prüfung definieren der anstehende Reverse Split und die starken operativen Zuflüsse das fundamentale Fundament. Hält die charttechnische Schwäche der Aktie dennoch an, verpuffen diese starken operativen Impulse komplett.
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