Volle Kassen, sprudelnde Gewinne und ein massives Krypto-Portfolio. Eigentlich läuft es bei DeFi Technologies rund. An der Börse kämpft das Unternehmen aber ums nackte Überleben. Die Nasdaq droht mit dem Rauswurf.
Der Nasdaq-Countdown
Der Aktienkurs spricht Bände. Am Freitag schloss das Papier bei 0,47 Euro. Auf Sicht eines Monats verlor der Titel knapp 21 Prozent. Damit notiert die Aktie massiv unter der kritischen Ein-Dollar-Marke der Nasdaq.
Die US-Börse fordert zwingend einen Mindestkurs von einem Dollar. DeFi Technologies riss diese Hürde bereits im März. Nun läuft eine strikte Frist bis zum 1. September 2026.
Um die Notierung zu retten, muss der Kurs an zehn aufeinanderfolgenden Handelstagen über einem Dollar schließen. Das entspricht einem Kurssprung von über 80 Prozent.
Das Management plant daher einen drastischen Schritt. Am 29. Juni stimmen die Aktionäre auf der Hauptversammlung über einen Reverse Split ab. Nur eine Aktienzusammenlegung kann den Kurs wohl schnell genug über die rettende Marke hieven.
Diskrepanz zur Bilanz
Diese Kursmisere steht im krassen Gegensatz zur operativen Entwicklung. Im ersten Quartal 2026 erwirtschaftete das Unternehmen 11,2 Millionen Dollar Umsatz. Unter dem Strich blieb ein Nettogewinn von 4,9 Millionen Dollar.
Auch die Bilanz wirkt robust. Ende März verfügte der Konzern über liquide Mittel und Krypto-Bestände im Wert von rund 156 Millionen Dollar. Das Working Capital drehte in den positiven Bereich und erreichte solide 47,3 Millionen Dollar.
Das Krypto-Portfolio bildet dabei ein starkes Fundament. Bitcoin macht mit 251 Coins den Löwenanteil der Bestände aus. Solana und Sui folgen mit 19 beziehungsweise 17 Prozent.
Fokus auf Großkunden
Operativ treibt die Tochtergesellschaft Valour einen Strategiewechsel voran. Bisher stammten 90 Prozent der verwalteten Vermögen von europäischen Privatanlegern. Nun baut Valour eine Plattform für institutionelle Kunden auf.
Das Angebot umfasst neue Hedgefonds-Strukturen und UCITS-konforme Fonds. Parallel dazu expandiert das Unternehmen nach Brasilien, Asien und Lateinamerika. Analysten begrüßen diesen Vorstoß grundsätzlich.
Die Investmentbank B. Riley senkte das Kursziel kürzlich auf 0,90 Dollar. Benchmark reduzierte die Erwartung auf 2,00 Dollar. Beide Häuser raten aber weiterhin zum Kauf der Aktie.
Das operative Geschäft liefert Gewinne und treibt die Expansion voran. An der Börse zählt in den kommenden Wochen aber nur ein Termin. Am 29. Juni entscheidet sich auf der Hauptversammlung das Schicksal des Reverse Splits. Fällt das Votum positiv aus, gewinnt das Management wertvolle Zeit im Kampf gegen den Nasdaq-Rauswurf.
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