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Deckers Aktie: Gemischte Signale

Der Schuhkonzern Deckers präsentiert solide Quartalsergebnisse und hebt die Jahresprognose an, während Analysten vor Wachstumsschwächen bei den Kernmarken UGG und HOKA warnen.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Analysten kritisieren Umsatzrückgänge im DTC-Geschäft
  • Unternehmenszahlen und Jahresprognose übertreffen Erwartungen
  • Finanzielle Stärke mit hohem Cash-Bestand
  • Externe Risiken durch Zollpolitik und Wettbewerb

Deckers gerät unter Druck, nachdem mehrere Analysten zuletzt ihre Empfehlung zurückgenommen oder abgeschwächt haben. Die Kritik konzentriert sich auf Anzeichen von Wachstumsschwäche bei den Kernmarken UGG und HOKA. Gleichzeitig legt das Unternehmen solide Zahlen und eine optimistische Jahresprognose vor – ein klares Dilemma für Anleger.

Am Freitag schloss die Aktie bei 103,76 USD (-3,35%) und notiert damit rund 51% unter dem 52‑Wochen‑Hoch.

Warum die Analysten nervös sind

Der jüngste Impuls kam von Needham: Das Institut strich Deckers von seiner „Conviction List“, beließ aber ein ‚Buy‘-Rating mit einem Kursziel von 115 USD. Needham verwies auf „fundamentale Risse“ im Geschäftsmodell – konkret drei Quartale in Folge mit rückläufigen Umsätzen im Direct‑to‑Consumer‑(DTC)‑Kanal für UGG und erstmals nur noch einstelliges DTC‑Wachstum bei HOKA seit der Übernahme.

Zuvor hatte Piper Sandler die Aktie auf „Sell“ gesetzt und vor nachlassender HOKA‑Beliebtheit sowie notwendiger Rabattaktionen gewarnt, die Margen und Großhandelspartnerschaften belasten könnten. Baird senkte sein Rating von ‚Strong Buy‘ auf ‚Hold‘ mit der Begründung, dass die aktuellen Wachstumsraten das derzeitige Multiple nicht rechtfertigen.

Zahlen, die dem widersprechen

Operativ präsentiert sich Deckers robust. Für das zweite Fiskalquartal zum 30. September meldete das Unternehmen einen Umsatz von 1,43 Mrd. USD (+9,1%) und einen Nettogewinn von 268,15 Mio. USD (vorjahr 242,32 Mio. USD). Das Ergebnis je Aktie lag bei 1,82 USD (Erwartung 1,58 USD). Die Jahresprognose für FY2026 sieht ein EPS von 6,30–6,39 USD vor und liegt damit deutlich über dem Konsens von rund 5,89 USD. Zudem steht Deckers mit über 1 Mrd. USD Cash und keiner Nettoverschuldung finanziell solide da.

Wesentliche Eckdaten:
– Q2‑Umsatz: 1,43 Mrd. USD (+9,1%)
– Q2‑EPS: 1,82 USD (Erwartung 1,58 USD)
– FY2026‑Guidance: EPS 6,30–6,39 USD (Konsens ~5,89 USD)
– Bilanz: >1 Mrd. USD Cash, keine Nettoverschuldung

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Bewertung, Institutionelle Bewegungen und externe Risiken

Institutionelle Anleger reagieren uneinheitlich: Moran Wealth Management reduzierte die Position um 53,6%, während Lecap Asset Management sie um 298,4% aufstockte und KLP um 21,0% zulegte. Die Marktbewertung hat sich auf etwa 15–16x erwartete Gewinne verengt. Kommentatoren wie Jim Cramer hielten Anfang Januar die Ansicht, dass „ein Großteil des Schmerzes“ bereits eingepreist sei, warnten aber vor zusätzlichen Risiken, falls Wettbewerber wie Nike wieder an Stärke gewinnen.

Hinzu kommt ein externer Faktor: Diskussionen um US‑Zollpolitik und mögliche Entscheidungen des Supreme Court können Importkosten für stark international ausgelagerte Lieferketten erhöhen und damit die Margen von Schuh‑ und Bekleidungsherstellern beeinflussen.

Ist das Schlimmste damit schon eingepreist? Mit Blick auf die Bewertung und die starke Guidance erscheint ein Teil der Negativschwäche reflektiert – allerdings hängt eine nachhaltige Erholung davon ab, ob DTC‑Trends bei UGG stabilisiert werden und HOKA wieder zu stärkerem Wachstum zurückfindet.

Ausblick (konkrete Bedingungen)
– Szenario Stabilisierung: Treffen die Guidance‑Prognosen zu und normalisieren sich die DTC‑Zahlen bei UGG/HOKA, könnte die Aktie eine Seitwärts‑bis‑leicht positive Konsolidierung zeigen.
– Szenario Verschlechterung: Halten DTC‑Rückgänge an oder werden Margen durch verstärktes Discounting und höhere Importkosten belastet, ist ein weiterer Bewertungsdruck möglich.

Kurzfristig sind drei Faktoren entscheidend: Entwicklung der DTC‑Umsätze bei UGG und HOKA, Margendruck durch Rabatte bzw. Großhandelskonstellationen sowie die Folgen möglicher tarif‑ und zollpolitischer Entscheidungen.

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Andreas Sommer

Mit über 40 Jahren Erfahrung im Bankwesen und Börsenjournalismus gehöre ich zu den etablierten Analysten im deutschsprachigen Raum. Nach mehr als zehn Jahren als Wertpapierberater bei der Deutschen Bank spezialisierte ich mich seit dem Börsencrash 1987 auf technische Analyse und charttechnische Methoden.

Als ehemaliger Chefredakteur mehrerer Börsenpublikationen entwickelte ich den "Aktienführer Neuer Markt" mit und führe heute einen Börsendienst, der sich auf wachstumsstarke Unternehmen fokussiert. Mein wöchentliches Markt-Barometer analysiert systematisch DAX, Dow Jones, Ölpreis, Währungen und Marktstimmung, um präzise Orientierung zu bieten.

Die Ergebnisse sprechen für sich: Leser meines Börsendienstes erzielten über zwei Jahrzehnte einen durchschnittlichen Depotzuwachs von +576%. Meine rechtzeitigen Warnungen vor dem Crash 2008 halfen vielen Anlegern, Verluste zu minimieren.

Heute teile ich meine Expertise durch den Newsletter "Chartanalyse-Trends", den Börsendienst "Momentum Trader", Vorträge auf Messen wie der Invest Stuttgart sowie YouTube-Videos. Mein "Timing is Money"-Ansatz identifiziert optimale Ein- und Ausstiegszeitpunkte für Aktien, Gold, Kryptowährungen und weitere Anlageklassen.