Hohe Ölpreise, Inflationssorgen und Zweifel an den KI-Milliarden: Der DAX startet mit einem Bündel an Belastungsfaktoren in die neue Woche. Am Montagmorgen deutet sich dennoch eine leichte Erholung an.
Der nächstfällige Future-Kontrakt notierte kurz nach acht Uhr bei rund 25.314 Punkten, ein Plus von 53 Zählern. Am Freitag war der Leitindex angesichts der Schwäche im US-Technologiesektor zeitweise auf fast 25.000 Punkte gefallen. Zum Wochenschluss rutschte er unter die 21-Tage-Linie, hielt sich aber klar über der runden Marke.
Öl, Frankreich und KI-Bewertungen
Die Energiepreise bleiben der Kern der Sorgen. Berichte über Angriffe auf saudi-arabische Energieinfrastruktur und Tanker in der Straße von Hormus hatten die Preise zuletzt nach oben getrieben. Zum Wochenstart geben sie nach: WTI verbilligte sich um 2,35 auf 100,92 Dollar, Brent fiel auf 114,39 Dollar.
Hinzu kommt Frankreich. Proteste und schwache Konjunktursignale belasten die Stimmung, Moody’s bestätigte zwar die Bonitätsnote des Landes, Marktbeobachter sehen darin aber nur eine Entwarnung auf Zeit.
Am Technologiemarkt rückt die Rendite der gewaltigen KI-Investitionen in den Vordergrund. Der Nasdaq 100 stand am Freitagabend auf dem tiefsten Niveau seit Mitte September. Analysten sprechen weniger von einem flächendeckenden Ausverkauf als von einer Umschichtung in defensivere Werte. Die relative Schwäche der Branche nähere sich einem Niveau, das historisch häufig eine Gegenbewegung eingeleitet habe.
Termine mit Gewicht
Zum Auftakt steht das ifo-Geschäftsklima an. Charttechnisch zeichnet sich zunächst eine Spanne zwischen 25.000 und 25.350 Punkten ab.
Wichtiger dürften die Notenbanken werden. Die US-Notenbank Fed entscheidet am Mittwoch, die EZB am Donnerstag. Ein Marktstratege erwartet bei beiden keine Änderung, hält aber eine weitere Erhöhung im Dezember für wahrscheinlich. Die Fed tagt nur sechs Tage vor den US-Zwischenwahlen, was Zurückhaltung begünstigen dürfte.
Parallel öffnen mit Alphabet, Microsoft und Amazon mehrere US-Schwergewichte ihre Bücher, vor allem ihre Investitionspläne zählen. Aus dem DAX berichten BASF, die Deutsche Bank, Mercedes-Benz und Volkswagen. Hält der Index die 25.000 Punkte und liefern die Tech-Konzerne belastbare Ausblicke, wäre das Fundament für eine Stabilisierung gelegt. Fällt er darunter, rückt die 21-Tage-Linie als Widerstand nach oben.
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