Starke Unternehmenszahlen auf der einen Seite, geopolitische Risiken auf der anderen — der DAX zeigt sich am Donnerstag von seiner widersprüchlichen Seite. Was nach einem vielversprechenden Vormittag aussah, verlor im Tagesverlauf an Schwung.
Zalando begeistert, Rheinmetall enttäuscht
Die größten Schlagzeilen schrieb heute Zalando. Ein Umsatzwachstum von 17 Prozent auf 12,35 Milliarden Euro im Geschäftsjahr 2025, sinkende Retourenquoten dank KI-gestützter Personalisierung und ein Aktienrückkaufprogramm über 300 Millionen Euro — das Paket trieb die Aktie um rund 12,6 Prozent nach oben. Auch Hannover Rück lieferte: Der Rückversicherer meldete einen Rekordgewinn von 2,64 Milliarden Euro und erhöhte die Dividende überraschend deutlich auf 12,50 Euro je Aktie.
Auf der anderen Seite lasteten Rheinmetall und Lufthansa auf dem Index. Nach der jüngsten starken Rally zogen Anleger bei Rheinmetall die Reißleine — die Aktie verlor rund 6,4 Prozent. Lufthansa traf es aus einem anderen Grund: Ein zweitägiger Pilotenstreik an den Drehkreuzen Frankfurt und München zwang das Unternehmen zur Streichung hunderter Flüge.
Geopolitik und US-Börsen im Blick
Berichte über erneute Angriffe im Persischen Golf drückten auf die Stimmung, stützten gleichzeitig die Ölpreise und nährten Inflationssorgen. Für etwas Stabilität sorgte die Deutsche Börse: Nachdem die Aktionäre der Fondsplattform Allfunds der Übernahmeofferte von 5,3 Milliarden Euro nahezu einstimmig zugestimmt haben, rückt der größte Zukauf der Unternehmensgeschichte einen entscheidenden Schritt näher.
Seit Jahresbeginn liegt der DAX rund 4,5 Prozent im Minus und notiert damit spürbar unter seinem 50-Tage-Durchschnitt. Ob die Schlussauktion noch eine Gegenbewegung bringt, hängt maßgeblich von der Wall Street ab — die US-Eröffnung dürfte den Ton für die letzte Handelsstunde setzen.
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