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DAX: Zwischen Hoffnung und Rückfall

Der deutsche Leitindex erholt sich kurzzeitig nach einer Nachricht von Donald Trump, bleibt aber in einer Abwärtstrendstruktur gefangen. Der anhaltende Nahost-Konflikt dominiert weiterhin die Marktstimmung.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Trump signalisiert Gesprächsbereitschaft mit dem Iran
  • DAX erholt sich von Tiefststand seit April 2025
  • Charttechnik zeigt klare Verkaufssignale für den Index
  • Ölpreis steigt wieder über 100-Dollar-Marke

Ein Tweet reicht inzwischen, um den deutschen Leitindex um über 1.200 Punkte zu bewegen — und genauso schnell wieder zu bremsen. Gestern erlebten Anleger genau dieses Wechselbad der Gefühle, und heute Morgen startet der DAX mit einem marginalen Plus von rund 0,1 bis 0,2 Prozent bei etwa 22.680 Punkten in den Handel.

Trumps Kurznachricht und ihre kurze Halbwertszeit

Den Auslöser für die gestrige Turnaround-Rally lieferte US-Präsident Donald Trump persönlich. Via Truth Social signalisierte er Gesprächsbereitschaft mit dem Iran und verlängerte das Ultimatum für Angriffe auf iranische Energieanlagen bis Freitag. Der DAX schoss daraufhin von seinem Tagestief bei 21.863 Punkten — dem tiefsten Stand seit April 2025 — innerhalb weniger Minuten nach oben.

Die Euphorie verpuffte jedoch rasch. Der Iran dementierte laufende Gespräche, die Angriffe auf Energieinfrastruktur gehen auf beiden Seiten weiter, und der Ölpreis kletterte zurück über die 100-Dollar-Marke. Brent kostet aktuell wieder rund 104 Dollar je Barrel. Für Anleger ist das weniger eine kurzfristige Preispitze als ein Warnsignal: Rund vier Wochen Iran-Krieg hinterlassen zunehmend Spuren bei Inflations- und Konjunkturerwartungen.

Charttechnik sendet klare Signale

Aus technischer Perspektive ist das Bild wenig ermutigend. Seit Ende Februar hat der DAX eine klassische Abwärtstrendstruktur mit sinkenden Verlaufshochs und -tiefs aufgebaut — zuletzt mit einem markanten Rücksetzer von knapp 24.000 auf unter 22.000 Punkte. Die gleitenden Durchschnitte der letzten 20, 50 und 200 Handelstage liefern allesamt Verkaufssignale, die weiterhin aktiv sind.

Die gestrige Erholung hat zwar die überverkaufte Marktlage teilweise abgebaut und den Index zurück in die Bollinger-Bänder geführt. Als nachhaltige Trendwende taugt das jedoch nicht. Analysten sehen die erste relevante Unterstützung beim gestrigen Tagestief um 21.860 Punkte — fällt der Index darunter, rückt die Zone um 21.720 Punkte in den Blickpunkt. Nach oben liegt der erste nennenswerte Widerstand beim 20-Tage-Durchschnitt bei rund 23.874 Punkten.

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Makrodaten im Schatten des Nahostgeschehens

Heute stehen immerhin einige Konjunkturdaten auf der Agenda: Einkaufsmanagerindizes für Industrie und Dienstleistungen aus Deutschland sowie aus den USA werden im Tagesverlauf veröffentlicht. Wer allerdings glaubt, diese Zahlen könnten den Ton angeben, dürfte enttäuscht werden. Solange die Nachrichtenlage aus dem Nahen Osten die Märkte dominiert, bleiben makroökonomische Daten Randnotizen.

Auch auf Einzelwertebene gibt es Bewegung: SAP-Aktien starten nach einer Abstufung durch JPMorgan rund zwei Prozent schwächer. Die US-Bank sieht eine verlangsamte Auftragsentwicklung im Cloud-Geschäft und warnt vor Ergebnisschwankungen beim laufenden Umbau des Geschäftsmodells. Positive Impulse liefern dagegen Ottobock und Bechtle, beide mit frischen Kaufempfehlungen und vorbörslichen Gewinnen von mehr als vier Prozent.

Das Allzeithoch vom 13. Januar bei 25.507 Punkten ist unterdessen in weite Ferne gerückt — der DAX liegt aktuell rund zwölf Prozent darunter.

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