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DAX Zwischen Entspannung und Ernüchterung

Der DAX startet über der 25.000er-Marke, belastet durch die Fed, die Zinssenkungen ausschließt. Geopolitische Entspannung und eine Kluft zwischen Profi- und Privatanlegern prägen das Bild.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Geopolitische Entlastung durch Iran-Abkommen
  • Fed begräbt Zinssenkungserwartungen
  • Profis nehmen Gewinne mit
  • Privatanleger drehen ins Bullische

Der DAX startet am Donnerstag über der 25.000-Punkte-Marke — getragen von zwei gegensätzlichen Kräften. Geopolitische Entlastung durch das US-Iran-Rahmenabkommen trifft auf eine US-Notenbank, die Zinssenkungshoffnungen komplett begraben hat.

Fed macht den Weg nach oben schwerer

Das Iran-Abkommen, das laut Vermittlerstaat Pakistan mit „sofortiger Wirkung“ in Kraft tritt, bringt greifbare Erleichterung: Die Straße von Hormus soll wieder geöffnet werden, die USA heben ihre Seeblockade auf. Asiatische Börsen reagierten stark — Nikkei und Kospi markierten neue Allzeithochs.

Die Fed indes hat Investoren kalt erwischt. Neuer Vorsitzender Kevin Warsh beließ den Leitzins zwar unverändert in der Spanne von 3,50 bis 3,75 Prozent, strich aber Hinweise auf mögliche Zinssenkungen aus der Mitteilung. Mehr noch: Neun von zwölf FOMC-Mitgliedern rechnen mit mindestens einer weiteren Zinserhöhung 2026. Die mittlere Leitzinsprognose für Jahresende kletterte auf 3,8 Prozent. Die Commerzbank fasst es knapp zusammen: Märkte verschoben ihre Erwartungen für eine geldpolitische Straffung auf Oktober vor.

Stimmungskluft zwischen Profi und Privatanleger

Das charttechnische Bild bleibt zäh. Bis zum Allzeithoch vom 13. Januar — damals bei 25.507 Punkten — fehlt noch Abstand. Ein nachhaltiger Ausbruch über 25.050 Punkte wäre das nächste Signal nach oben. Auf der Unterseite gilt die 200-Tage-Linie bei rund 24.650 Punkten als entscheidende Auffangzone.

Interessant ist der Bruch in der Anlegerstimmung. Institutionelle Investoren haben nach dem jüngsten Anstieg Kasse gemacht — der Deutsche Börse Sentiment-Index für diese Gruppe fiel um acht Punkte auf -19. Gleichzeitig drehten Privatanleger kräftig ins bullische Lager, ihr Sentiment-Index stieg um 22 Punkte auf +24. Profis nehmen Gewinne mit, Privatanleger kaufen den Rücksetzer.

Dazu passt ein weiterer Befund: In einer Umfrage der Bank of America erhöhten internationale Vermögensverwalter ihre Untergewichtung in Eurozone-Aktien deutlich — per Saldo 15 Prozent gaben an, untergewichtet zu sein, gegenüber vier Prozent im Vormonat.

Das Bärenlager bei den Institutionellen bleibt mit 43 Prozent groß genug, um bei einem Rückschlag stützende Nachfrage um die 24.000-Punkte-Zone zu generieren. Nach oben fehlt der Katalysator — heute stehen noch die Sitzungen der Bank of England und der Schweizer Nationalbank an, die kurzfristig für neue Impulse sorgen könnten.

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