Ein Index im Wartemodus: Der DAX dürfte am Donnerstag leicht schwächer starten, während sich die Blicke der Anleger auf Frankfurt und die Europäische Zentralbank richten. Nach dem jüngsten Rekordlauf ist das aktuell keine schlechte Nachricht — sondern eher eine Verschnaufpause vor einer wichtigen Weichenstellung.
Der Broker IG taxierte den deutschen Leitindex rund zwei Stunden vor Handelsbeginn auf 25.115 Punkte. Das wäre ein Abschlag von 0,2 Prozent gegenüber dem Vortagsschluss von 25.155,41 Zählern, an dem der Index noch ein Plus von 0,58 Prozent verbucht hatte. Trotz der leichten Delle bliebe der DAX über seiner 21-Tage-Linie, die derzeit bei 25.086 Punkten verläuft — ein Signal, dass der übergeordnete Aufwärtstrend intakt bleibt.
EZB dürfte auf der Stelle treten
Im Zentrum des Handelstages steht die Zinsentscheidung der EZB. Die Notenbank dürfte ihren Leitzins unverändert lassen — die Markterwartung ist hier eindeutig. Spannender wird der Blick nach vorn: Für die September-Sitzung rechnen viele Volkswirte mit einer erneuten Leitzinserhöhung.
Ein Portfoliomanager brachte die Lage auf den Punkt: Die Notenbank habe heute keinen Grund, sich festzulegen — und genau darin liege ihre Stärke. Die aktuelle Datenlage spreche für ein Umfeld, in dem Geduld gefragt sei. Entsprechend dürften die Signale zur weiteren Zinspfad-Richtung mindestens so wichtig werden wie der Entscheid selbst.
Ölpreise und US-Zahlen als Bremsklötze
Zwei Faktoren belasten die Stimmung zusätzlich. Die Ölpreise sind wegen der anhaltenden Angriffe im Iran-Krieg weiter gestiegen, Brent notierte zuletzt bei rund 96 Dollar je Barrel. Das treibt Inflationssorgen und dürfte auch bei der EZB mitschwingen.
Hinzu kommt eine gemischte Reaktion auf US-Quartalszahlen. Alphabet übertraf zwar die Wall-Street-Erwartungen, doch die Ankündigung höherer Investitionen in den KI-Infrastrukturausbau schickte die Aktie nachbörslich unter Druck. In Asien profitierten dagegen Chipwerte von den Entwicklungen — ein Hinweis darauf, dass der Markt die KI-Ausgaben unterschiedlich bewertet, je nachdem, wer am Ende liefert oder investiert.
Neue Rekorde bleiben damit vorerst kein Thema. Das Allzeithoch vom 6. Juli bei 25.900,10 Punkten liegt weiterhin außer Reichweite, seit der DAX Anfang Juli an drei aufeinanderfolgenden Tagen neue Bestmarken markiert hatte. Für den heutigen Handelstag dürfte die Richtung des Index vor allem davon abhängen, welche Signale die EZB-Pressekonferenz zur Zinspolitik im September sendet.
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