Nach vier schwächeren Handelstagen in Folge hat sich der DAX am Freitag zurückgekämpft. Der Index eroberte die Marke von 26.000 Punkten zurück und notierte am Vormittag rund 0,3 Prozent im Plus bei etwas über 26.000 Zählern. Nach einem Wochenverlust von zeitweise zwei Prozent ist das immerhin ein Achtungserfolg.
Der eigentliche Treiber liegt aber nicht in Frankfurt, sondern am amerikanischen Anleihemarkt. Die Renditen von US-Staatspapieren zogen zuletzt wieder an, nachdem Zweifel am Rückkaufprogramm des US-Finanzministeriums aufkamen.
Das Programm, mit dem lange Laufzeiten gegen kurze getauscht werden, hatte die Zinsen zwischenzeitlich beruhigt. Am Markt wächst nun die Sorge, dass dieser Effekt nur kurzfristig wirkt — das US-Haushaltsdefizit von über sechs Prozent der Wirtschaftsleistung und jährliche Zinskosten von rund 1,2 Billionen Dollar bleiben davon unberührt.
Ölpreis und Bondmarkt als Belastung
Hinzu kommt ein erhöhtes Ölpreisniveau, das gemeinsam mit der Volatilität am Anleihemarkt für Vorsicht sorgt. Commerzbank-Analysten sehen in der Kombination aus steigenden Ölpreisen und erneuter Skepsis gegenüber dem US-Finanzministerium eine Belastung für Staatsanleihen — mit Ausstrahleffekten auf Aktienmärkte.
Eine anstehende Auktion 30-jähriger US-Staatsanleihen gilt als nächster Prüfstein: Bleibt die Nachfrage aus, könnte der Druck auf den Bondmarkt und in der Folge auf den DAX weiter zunehmen.
Charttechnisch bewegt sich der Index in einer engen Zone. Die Marken um 25.997 und 26.059 Punkte gelten als Schlüsselniveaus — ein Abrutschen darunter könnte weitere Abgaben Richtung 25.735 Punkte auslösen. Nach oben hin liegt der nächste Widerstand im Bereich um 26.100 bis 26.120 Punkte.
Einzelwerte mit klaren Ausschlägen
Auf Unternehmensebene gab es deutlichere Bewegungen als im Gesamtindex. Fielmann brach zweistellig ein, nachdem der Optiker seine Jahresziele wegen der schwachen deutschen Konsumstimmung erneut senkte — nur wenige Wochen nach einer bereits vorsichtigeren Prognose zur Jahresmitte.
CTS Eventim verlor nach gemischten Quartalszahlen, während Fresenius nach dem Verkauf eines Aktienpakets an der Tochter Fresenius Medical Care im Wert von rund 300 Millionen Euro leicht nachgab. Minenwerte profitierten europaweit von einem schwächeren Dollar und steigenden Edelmetallpreisen, Gold kletterte auf ein Rekordniveau von über 4.550 Dollar je Feinunze.
Positiv aus deutscher Konzernsicht: DHL hat nach dem Urteil des US Supreme Court zu unrechtmäßig erhobenen Zöllen rund 416 Millionen Euro erstattet bekommen und will die Summe an Kunden weiterreichen. Siemens Healthineers erhielt gut 200 Millionen Euro zurück.
Für den weiteren Wochenverlauf bleibt die Anleihe-Auktion in den USA der entscheidende Termin. Erst wenn sich zeigt, wie stark die Nachfrage nach den 30-jährigen Papieren ausfällt, dürfte sich klären, ob der DAX seine Stabilisierung über 26.000 Punkten fortsetzen kann oder erneut unter Druck gerät.
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