Der DAX schloss am Montag bei 25.139 Punkten — ein Plus von 0,62 Prozent. Klingt gut. Das Bild dahinter ist weniger eindeutig.
Zwischen Nahost-Hoffnung und Wall-Street-Gegenwind
Der Handelstag verlief alles andere als geradlinig. Vom Handelsstart weg pendelte der Index um die runde 25.000-Punkte-Marke, drehte zwischenzeitlich sogar ins Minus, bevor er sich am Nachmittag doch nach oben absetzen konnte. Tragfähig ist die Bewegung damit noch nicht — das machte auch CMC-Markets-Chefanalyst Andreas Lipkow deutlich: Nur wenige Investoren sehen derzeit Gründe, den Index oberhalb dieser Marke aktiv zu kaufen.
Kurz vor der Sommerpause und mit wichtigen Konjunktur- und Preisdaten in dieser Woche halten sich viele an den Seitenlinien. Erschwerend kommt hinzu, dass die Wall Street nach einem feiertagsbedingten langen Wochenende schwach in den Handel startete und ihre zwischenzeitlichen Gewinne wieder abgab.
Die Nahost-Verhandlungen bleiben das alles überlagernde Thema — aber mit sinkender Wirkung. Das Hin und Her der vergangenen Wochen hat zu Ermüdungserscheinungen geführt. Selbst Fortschritte bei den US-Iran-Gesprächen, einschließlich der Bemühungen um eine gesicherte Durchfahrt durch die Straße von Hormus, verpufften weitgehend. Der Ölpreis fiel um knapp vier Prozent auf rund 77 Dollar pro Barrel — ein Zeichen, dass die Märkte die Lage zwar entspannter sehen, von einem dauerhaften Frieden aber weit entfernt sind.
Halbleiter treiben, Indexumbau vollzogen
Auf Einzelwertebene stachen Infineon mit einem Plus von rund sechs Prozent heraus — die Aktie nähert sich damit ihrem höchsten Stand seit dem Jahr 2000. Der globale Hunger nach Chip-Kapazitäten treibt die Bewertungen weiter.
Ebenfalls bemerkenswert: HOCHTIEF feierte ein gelungenes Debüt im DAX. Der Baukonzern ersetzte zum Wochenstart die Porsche SE, die VW-Beteiligungsgesellschaft, welche in den MDAX abrutschte. Hochtief-Aktien legten am ersten DAX-Handelstag rund 2,3 Prozent zu. Im MDAX zogen zudem frisch aufgenommene Chipwerte wie Elmos Semiconductor, Siltronic und SUSS MicroTec um bis zu fünf Prozent an — der Index bekommt damit ein technologielastigeres Profil.
Das Allzeithoch vom 13. Januar bei 25.507 Punkten liegt rund 370 Punkte entfernt. Ob der Index diesen Abstand in dieser Woche schließen kann, hängt maßgeblich von den anstehenden US-Konjunkturdaten und dem weiteren Verlauf der Nahost-Diplomatie ab. Den nächsten Lackmus-Test liefert die Wall Street bereits in den kommenden Handelsstunden.
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