Der deutsche Leitindex startet vorsichtig in eine Woche, die es in sich hat. Mit den Zentralbank-Entscheidungen aus den USA, Großbritannien und Japan stehen gleich drei geldpolitische Termine an, die Anleger derzeit lieber abwarten als vorwegnehmen.
Am Dienstagmorgen taxierten Broker den DAX rund 0,2 Prozent tiefer auf etwa 25.395 Punkte. Damit bewegt sich der Index weiterhin auf seinem niedrigsten Niveau seit Ende Juli — in unmittelbarer Nähe der 100-Tage-Linie bei 25.230 Punkten. Rutscht der DAX darunter, rückt schnell die psychologisch wichtige Marke von 25.000 Punkten ins Blickfeld.
Ölpreis und KI-Sorgen als Doppelbelastung
Zwei Themen drücken parallel auf die Stimmung. Der Ölpreis bleibt nach den Spannungen am Golf erhöht — Brent notierte zuletzt über 107 Dollar je Barrel, nachdem ein Tanker im Bereich der Straße von Hormus in Brand geraten war. Iran wies unterdessen neue Gespräche mit den USA vorerst zurück.
Hinzu kommt die wieder aufgeflammte Debatte um die Sicherheit von Künstlicher Intelligenz, die vor allem Halbleiterwerte belastet. Der US-Technologieindex Nasdaq 100 verlor am Montag 0,82 Prozent, der marktbreite S&P 500 gab 0,48 Prozent nach. Asiatische Börsen zogen die Verluste am Dienstag mit, wenn auch moderat.
Die entscheidende Marke bei 25.507 Punkten
Charttechnisch hält sich der DAX derzeit in der Nähe seiner Frühjahrshochs, wirkt dabei aber angeschlagen. Der RSI signalisiert mit einem Wert von 39 ein Verkaufssignal, auch der MACD steht auf „Sell“ — in der Gesamtschau ergibt sich derzeit ein klar bärisches Bild. Der Angstindikator VDAX-New kletterte zuletzt auf über 17 Prozent und damit an die Schwelle, ab der erfahrungsgemäß verstärkt mit fallenden Kursen zu rechnen ist.
Für die kommenden Tage bleibt die Marke von 25.507 Punkten der Schlüssel. Kann der Index dieses Niveau verteidigen, verbessern sich die Chancen auf eine Stabilisierung – mit dem Rekordhoch von 26.618 Punkten als nächstem Ziel. Bricht der DAX dagegen darunter, dürften die nächsten Auffangzonen bei 25.303 und 25.099 Punkten in den Fokus rücken.
Die eigentliche Richtungsentscheidung dürfte aber erst am Mittwoch fallen, wenn die US-Notenbank ihre mit Spannung erwartete Zinsentscheidung verkündet. Am Donnerstag folgt die Bank of England, am Freitag die Bank of Japan – bevor mit dem großen Verfallstag zum Wochenschluss zusätzliche Bewegung in den Markt kommen dürfte.
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