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DAX: Zinsmarkt bremst die Rekordjagd

Der deutsche Leitindex verharrt nach seinem jüngsten Höchststand, belastet durch uneinige US-Notenbank und höhere Anleiherenditen. Neue Impulse fehlen.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • DAX stagniert nach Rekordhoch
  • Fed-Protokoll zeigt tiefe Uneinigkeit
  • US-Anleiherückkäufe stützen Märkte
  • Ölpreis bleibt wegen Iran-Konflikt erhöht

Nach dem Allzeithoch der Vorwoche tritt der DAX auf der Stelle. Am Donnerstagmorgen notiert der Leitindex mit rund 26.083 Punkten kaum verändert gegenüber dem Vortagesschluss bei 26.091 Zählern — von den 26.573 Punkten des jüngsten Rekords fehlt inzwischen ein gutes Stück.

Der Grund für die Zurückhaltung liegt weniger in Frankfurt als in Washington. Das am Mittwochabend veröffentlichte Protokoll der Fed-Sitzung vom 28. und 29. Juli offenbarte eine ungewöhnlich zerrissene Notenbank: Drei regionale Präsidenten stimmten für eine Zinserhöhung, die Sympathie für diese Linie reichte dem Protokoll zufolge noch weiter.

Notenbankchef Kevin Warsh brachte zusätzlich die Idee ins Spiel, die Zahl der Fed-Sitzungen von acht auf sechs pro Jahr zu reduzieren — ein Vorschlag, der die Unsicherheit über den künftigen Zinspfad zusätzlich befeuert.

Anleihemarkt gibt Entlastung, Öl bleibt Störfaktor

Etwas Druck aus dem Kessel nahm eine Ankündigung des US-Finanzministeriums, die Rückkäufe langlaufender Anleihen deutlich auszuweiten. Die Rendite dreißigjähriger US-Staatsanleihen fiel daraufhin von ihrem Zwischenhoch bei rund 5,3 Prozent zurück — dem höchsten Stand seit 2007. Das half am Mittwoch bereits den US-Börsen und sorgte am Donnerstagmorgen für eine spürbare Erholung in Asien: Der südkoreanische Kospi legte kräftig zu, der Nikkei 225 zog ebenfalls deutlich an.

Auf der anderen Seite bleibt der Ölpreis ein Unruheherd. Die ausgelaufene Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran wurde bislang nicht verlängert, Brent notiert bei knapp 92 Dollar je Barrel.

US-Präsident Donald Trump drohte Teheran nach gescheiterten Verhandlungen mit einem „Wirtschaftskrieg“ und kündigte auf seiner Plattform Truth Social „gewaltige wirtschaftliche Konsequenzen“ für Unterstützer des Irans an. Die andauernden Spannungen um die Straße von Hormus halten die Ölpreise erhöht und damit ein latentes Risiko für die Inflationsentwicklung am Leben.

Einzelwerte zwischen Gesundheitssektor und Halbleiter-Schwäche

Am Vortag hatten Volkswagen-Vorzüge mit einem Plus von 2,5 Prozent die Gewinnerliste angeführt, gefolgt von Qiagen und SAP. Getragen wurde die Erholung im Gesundheitssektor von positiven Studiendaten zu einem personalisierten Krebsimpfstoff. Auf der Verliererseite stand Infineon mit einem Minus von 4,0 Prozent bei zugleich höchstem Handelsumsatz im Index, dahinter Rheinmetall und Hannover Rück.

Am Nachmittag richtet sich der Blick auf US-Konjunkturdaten: Der Philadelphia-Fed-Index für August wird nach 41,4 Punkten im Juli deutlich niedriger erwartet, dazu kommen die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe. Auf Unternehmensseite legen Walmart und Alibaba Zahlen vor, nach Handelsschluss folgt CTS Eventim. Solange der Zinsmarkt keine klare Richtung vorgibt, dürfte dem DAX der Schwung für neue Rekorde fehlen.

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Felix Baarz

Felix Baarz ist Wirtschaftsjournalist mit mehr als 15 Jahren Erfahrung in der Berichterstattung über internationale Finanzmärkte. Als gebürtiger Kölner begann er seine Laufbahn bei einer deutschen Fachpublikation, bevor er für sechs Jahre nach New York zog.

In New York berichtete er direkt aus dem Zentrum der globalen Finanzwelt über Entwicklungen an der Wall Street und wirtschaftspolitische Entscheidungen von internationaler Tragweite. Diese Zeit prägte seine analytische Herangehensweise an komplexe Wirtschaftsthemen.

Heute arbeitet Baarz als freier Journalist für führende deutschsprachige Wirtschafts- und Finanzmedien. Seine Schwerpunkte liegen auf der fundierten Analyse globaler Finanzmärkte und der verständlichen Aufbereitung wirtschaftspolitischer Zusammenhänge. Neben seiner schriftlichen Arbeit moderiert er Fachdiskussionen und nimmt an Expertenrunden teil.

Sein journalistischer Ansatz kombiniert tiefgreifende Recherche mit präziser Analyse, um Lesern Orientierung in einer sich wandelnden Wirtschaftswelt zu bieten.