Die Futures zeigen es schon am frühen Morgen: Der DAX tritt auf der Stelle. Der nächstfällige Kontrakt verliert leicht auf 26.171 Punkte, nachdem der Index bereits am Vortag um 0,8 Prozent nachgegeben hatte. Zwischen guten Konjunkturdaten aus Deutschland und wachsender Nervosität am Golf sucht der Markt gerade seine Richtung.
ZEW-Index überrascht positiv
Die Zahlen aus Mannheim sprechen eine klare Sprache. Der ZEW-Indikator für die Konjunkturerwartungen kletterte im August um 7,9 Punkte auf 34,2 Zähler — deutlich mehr als die von Ökonomen erwarteten 30 Punkte. Auch die Lagebeurteilung verbesserte sich spürbar, während die Inflationserwartungen zurückgingen. Die ZEW-Ökonomen werten das als Signal, dass die Reformagenda der Bundesregierung allmählich Wirkung zeigt.
Diese Stimmungsaufhellung markiert den höchsten Stand seit Februar — also vor dem Ausbruch der Nahost-Spannungen, die seither auf der Risikowahrnehmung der Märkte lasten.
Öl und Anleihen als Gegenspieler
Genau diese Spannungen bremsen aktuell die Kauflaune. Ein Vorfall in der Straße von Hormus, bei dem ein Frachtschiff Berichten zufolge von einem unbekannten Projektil getroffen wurde, trieb die Ölpreise nach oben. Die abgelaufene 60-tägige Waffenruhe zwischen den USA und Iran und scharfe Töne aus Washington und Teheran verschärfen die Lage zusätzlich.
Steigende Ölpreise wiederum drücken auf die Anleihemärkte: Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen sprang über die Marke von 4,7 Prozent. Bei den DAX-Werten zeigte sich das Bild gespalten. Infineon verlor am Dienstag mehr als 7 Prozent, Siemens Energy gab 5,2 Prozent nach.
Auf der Gewinnerseite standen dagegen defensive Werte wie Bayer, Deutsche Telekom und SAP mit Aufschlägen von 1 bis 2 Prozent — ein typisches Muster in Phasen erhöhter geopolitischer Unsicherheit, in denen Anleger zyklische Werte meiden und in stabilere Sektoren umschichten.
Sollten die Anleiherenditen tatsächlich in Richtung der psychologisch wichtigen 5-Prozent-Marke weiterziehen, dürfte der Gegenwind für den DAX zunehmen. Die Chartmarke bei 28.906 Punkten bleibt das übergeordnete Ziel technischer Analysten — vorausgesetzt, die Lage am Golf eskaliert nicht weiter.
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