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DAX: Wochenplus trotz Gewinnwarnungen

Trotz enttäuschender Unternehmenszahlen steigt der DAX auf Wochensicht um 2,5 Prozent. Chipwerte und robuste Konjunkturdaten stützen den Markt.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • DAX gewinnt 0,6 Prozent am Freitag
  • Chipwerte legen nach Microchip-Zahlen kräftig zu
  • Munich Re und Lanxess mit deutlichen Kursverlusten
  • US-Arbeitsmarktbericht im Fokus

Der deutsche Leitindex steuert auf ein klares Wochenplus zu, auch wenn die Bilanzsaison an diesem Freitag reichlich Reibung erzeugt. Der DAX legte gegen Mittag um 0,6 Prozent auf 26.301 Punkte zu — auf Wochensicht summiert sich das auf rund zweieinhalb Prozent. Zum Rekordhoch von etwas über 26.400 Zählern, das der Index zur Wochenmitte markiert hatte, fehlt allerdings noch der letzte Schub.

Der MDAX stieg parallel um 0,2 Prozent auf 32.491 Punkte, der EuroStoxx 50 gewann 0,4 Prozent. Gestützt wird die Stimmung von überraschend robusten Konjunkturdaten: Chinas Exporte sprangen im Juli um fast 24 Prozent zum Vorjahr, die deutsche Industrieproduktion legte im Juni um 0,2 Prozent zu, die Exporte um 0,9 Prozent. Im Handel macht deshalb wieder die Idee vom DAX als unterbewertetem Konjunktur-Play die Runde.

Chipwerte gefragt, Bilanzsaison zeigt Risse

Der Halbleitersektor sticht heraus. Nach starken Zahlen und einem überzeugenden Ausblick von Microchip Technology zog es Infineon um 3,1 Prozent nach oben, Aixtron gewann 2,8 Prozent, Suss Microtec sogar 4,7 Prozent — hier halfen zusätzlich Kaufempfehlungen der Deutschen Bank und von Warburg Research. Auch die Ankündigung des südkoreanischen Speicherchipherstellers SK Hynix, Milliarden in den Kapazitätsausbau zu investieren, beflügelte die Branchenausrüster.

Auf der anderen Seite sorgt die Berichtssaison für deutliche Kursverluste. Die Allianz meldete zwar dank geringer Katastrophenschäden ein Rekordergebnis mit einem operativen Gewinn, der um fast elf Prozent stieg — Analysten zeigten sich vom Wachstum im Nicht-Lebensversicherungsgeschäft dennoch enttäuscht, die Aktie gab leicht nach. Munich Re traf es härter: Der Rückversicherer bekommt den Preisabschwung bei Erstversicherern zu spüren und kappte sein Umsatzziel für das laufende Jahr, die Papiere verloren rund 3,6 Prozent.

Noch deutlicher fielen die Reaktionen bei Daimler Truck und Lanxess aus. Der Nutzfahrzeughersteller sah sein Ergebnis je Aktie im Jahresvergleich fast halbiert — Zölle belasteten das Nordamerika-Geschäft, die Aktie büßte 3,8 Prozent ein. Bei Lanxess reichte ein um gut ein Prozent gesteigertes bereinigtes Ebitda nicht aus, um Anleger zu beruhigen: Der Vorstand sieht keinen nachhaltigen Nachfrageaufschwung, die Titel fielen um 5,0 Prozent. Porsche SE wiederum drückte eine milliardenschwere Abschreibung auf die VW-Beteiligung tief in die roten Zahlen, mit einem Halbjahresverlust von 2,2 Milliarden Euro und einem Kursminus von 1,3 Prozent.

Ölpreis und US-Jobdaten als Unsicherheitsfaktor

Bremsend wirkt weiterhin der Ölpreis, der zuletzt Richtung 83 Dollar je Barrel kletterte. Die Aussichten auf eine dauerhafte Einigung zwischen den USA und dem Iran zur Wiederöffnung der Straße von Hormus bleiben ungewiss, auch wenn US-Präsident Donald Trump ein baldiges Ende des Konflikts für möglich hält.

Am Nachmittag richtet sich der Blick auf den US-Arbeitsmarktbericht, der als wichtiger Baustein für die nächsten Zinsentscheidungen der Fed gilt. Erwartet werden rund 83.000 neue Stellen außerhalb der Landwirtschaft. Fällt der Bericht schwächer aus als prognostiziert, dürfte das die Debatte über eine zurückhaltendere Zinspolitik der Notenbank neu befeuern.

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Eduard Altmann

Eduard Altmann ist Finanzexperte mit über 25 Jahren Erfahrung an den globalen Finanzmärkten. Als Analyst und Autor beim VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft spezialisiert er sich auf Aktienmärkte, Gold, Silber, Rohstoffe und den Euro.

Altmann ist überzeugter Verfechter des Value-Investing und identifiziert unterbewertete Unternehmen mit hohem Wachstumspotenzial. Sein Börsendienst "Megatrend-Depot" vermittelt praxisnahe Strategien erfolgreicher Value-Investoren. Mit seinem Motto "Manage dein Vermögen selbst" inspiriert er Anleger zur eigenverantwortlichen Vermögensverwaltung.

Seine Analysen basieren auf der fortschrittlichen Gann-Strategie, die präzise Vorhersagen für Rohstoffmärkte ermöglicht. Diese technische Analysemethode kombiniert historische Daten mit Zyklusanalysen und macht seine Marktprognosen besonders treffsicher.

Durch zahlreiche Publikationen und verständliche Erklärungen komplexer Finanzthemen unterstützt Altmann sowohl Einsteiger als auch erfahrene Investoren bei fundierten Anlageentscheidungen. Seine Arbeit verbindet theoretische Expertise mit praktischen Empfehlungen für den strategischen Vermögensaufbau.