Volkswagen im Abseits, Infineon und Siemens Energy kräftig im Minus, Zalando unter BaFin-Beschuss — der DAX hatte am Freitag gleich von mehreren Seiten Gegenwind.
Das deutsche Leitbarometer rutschte am frühen Nachmittag auf rund 24.680 Punkte ab, ein Rückgang von etwa 1,3 Prozent. Auf Wochensicht droht damit ein Verlust von rund 1,5 Prozent. Die Marke von 25.000 Punkten ist vorerst außer Reichweite.
Technologiesektor unter Druck
Auslöser ist ein globaler Ausverkauf im Technologiesektor. Steigende Speicherchip-Kosten schüren Sorgen über Margen und Lieferketten — nicht nur bei Halbleiterwerten, sondern zunehmend auch bei Autoherstellern, die auf Chip-Versorgung angewiesen sind. Infineon verlor rund vier Prozent, auch europäische Chipwerte wie ASML und STMicroelectronics gaben nach. Investoren werden generell vorsichtiger, wie Marktbeobachter beschreiben: KI-Euphorie und Bewertungsbedenken liegen dieser Tage nah beieinander.
Zalando sorgte für zusätzliche Belastung. Die BaFin prüft die Jahresabschlüsse 2025 des Onlinehändlers und verdächtigt das Unternehmen, eine Transaktion im Zusammenhang mit der About-You-Übernahme nicht korrekt ausgewiesen zu haben. Kein Wunder, dass Anleger zunächst nervös reagierten — zu Handelsbeginn brach der Kurs um neun Prozent ein. Schnäppchenjäger nutzten die Schwäche, das Minus schmolz auf gut fünf Prozent zusammen.
Ölpreisrückgang als kleiner Puffer
Einen kleinen Gegenpol liefert der Rohstoffmarkt. Der Ölpreis fiel deutlich, Brent notierte am Freitagnachmittag bei rund 72,75 Dollar je Barrel — ein Rückgang von 3,3 Prozent. Niedrigere Energiepreise dämpfen den Inflationsdruck und könnten die Erwartung weiterer Zinssenkungen stützen. Der Euro legte ebenfalls leicht zu und notierte bei rund 1,14 Dollar.
Lediglich fünf der 40 DAX-Mitglieder verbuchten leichte Kursgewinne — das zeigt, wie breit der Verkaufsdruck an diesem Freitag war. Das Bild für die kommende Woche hängt maßgeblich davon ab, ob sich die Chip-Kostensorgen konkretisieren oder als übertrieben erweisen. Halbleiter-Daten und Aussagen großer Tech-Konzerne dürften den Ton angeben.
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