Der DAX steuert auf seinen nächsten Rekord zu — und diesmal treibt nicht nur die Berichtssaison die Kurse, sondern auch eine mögliche Entspannung am Golf. Vorbörsliche Indikationen deuten auf ein Startplus von 0,78 Prozent bei 26.407 Punkten hin. Das würde die erst am Dienstag aufgestellte Bestmarke von 26.202 Punkten zum Handelsschluss noch einmal übertreffen.
Hoffnung auf Hormus-Lösung drückt Ölpreis
Auslöser der guten Stimmung ist die Aussicht auf eine Übergangslösung zwischen den USA, dem Iran und Oman zur Öffnung der Straße von Hormus. Die für den globalen Öltransport zentrale Meerenge könnte damit von der Blockadegefahr befreit werden — die Ölpreise reagierten bereits mit einem deutlichen Rückgang. Sinkende Energiekosten dämpfen die Inflationserwartungen und nehmen den Notenbanken Druck von der Zinsschraube. Für Unternehmen bedeutet das potenziell günstigere Finanzierungskosten, ein Effekt, der sich direkt in höheren Aktienkursen niederschlagen kann.
Am Dienstag hatten bereits Infineon, Bayer und Siemens Energy zu den Gewinnern gezählt, während Fresenius Medical Care und Zalando das Schlusslicht bildeten. Die geplante Fusion von AstraZeneca und Bristol-Myers Squibb sorgt zusätzlich für Übernahmefantasie im Pharmasektor.
Bilanzsaison läuft auf Hochtouren
Der Mittwoch bringt mit DHL Group, Siemens Energy, Vonovia, Infineon, Fresenius und Beiersdorf gleich sechs Dax-Schwergewichte mit Quartalszahlen. Zwei Unternehmen lieferten bereits handfeste Fakten.
DHL stockt sein laufendes Aktienrückkaufprogramm um 500 Millionen Euro auf bis zu 6,5 Milliarden Euro auf und verlängert es bis Ende 2027. Rückenwind gaben Rückzahlungen im Zusammenhang mit US-Zollmaßnahmen, die den Barmittelfluss im zweiten Quartal auf 569 Millionen Euro trieben — mehr als 70 Prozent über dem Vorjahreswert.
Bei Fresenius zeigte die Sparte Kabi Stärke: Der organische Umsatz kletterte um 7 Prozent auf 2,244 Milliarden Euro, das Biopharma-Geschäft mit Produkten wie Tyenne und den Denosumab-Biosimilars wuchs sogar um 38 Prozent auf 260 Millionen Euro. Das EBIT vor Sondereinflüssen stieg um 11 Prozent, die Marge verbesserte sich auf 17,0 Prozent.
In den USA hatten zudem AMD und SpaceX ihre Zahlen vorgelegt. AMD übertraf beim Server-CPU-Geschäft die Erwartungen deutlich, während SpaceX ankündigte, künftig auf Nvidia-Speicherchips statt AMD-Produkte zu setzen.
Der Rest der Woche dürfte im Zeichen der übrigen Dax-Bilanzen stehen. Wie die Straße-von-Hormus-Gespräche ausgehen, könnte sich noch am heutigen Mittwoch entscheiden — die US-Regierung strebt laut Berichten eine Einigung binnen des Tages an.
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