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Symbolbild, KI-generiert

DAX: Vier Prozent unter dem Rekord

Der DAX notiert rund vier Prozent unter seinem Rekordhoch, belastet durch Gewinnmitnahmen bei Technologiewerten und geopolitische Spannungen.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • DAX gibt weiter nach
  • Chipwerte unter Druck
  • SMA Solar mit Kurssprung
  • EZB-Entscheidung erwartet

Der deutsche Leitindex kommt aus der Konsolidierung nicht heraus. Am Freitagnachmittag stand ein Rückgang von 0,48 Prozent auf 24.796 Punkte zu Buche, nach einem etwas schwächeren Start. Seit dem Rekordhoch von 25.900 Punkten Anfang der vergangenen Woche hat der DAX rund 4,3 Prozent verloren — für die Woche zeichnet sich ein Minus von 1,1 Prozent ab.

Der Auslöser sitzt nicht in Frankfurt, sondern in der globalen Technologiebranche. Der US-Index Nasdaq 100 hatte zuvor wegen erneuter Gewinnmitnahmen bei Halbleiterwerten deutlich nachgegeben, in Tokio rutschte der Nikkei 225 zeitgleich um vier Prozent ab. Marktbeobachter sehen darin eine Korrektur nach dem starken Lauf der KI-Werte seit Jahresbeginn — verschärft durch Bewegungen bei gehebelten Anlageprodukten auf diese Titel.

Chipwerte reißen den Index mit

Im DAX traf es Infineon am härtesten: minus 4,4 Prozent, damit erneut Schlusslicht im Index. In der zweiten Reihe verloren Siltronic, Aixtron und Süss MicroTec bis zu 5,8 Prozent, der Laserspezialist LPKF sogar 8,1 Prozent. Auch Siemens Energy und Hochtief gaben nach — beide gelten wegen des Strombedarfs von Rechenzentren als indirekte Profiteure des KI-Booms und werden entsprechend mit nach unten gezogen.

Ein Auslöser für die Nervosität: Das von Alibaba unterstützte chinesische Start-up Moonshot AI stellte sein neues Sprachmodell „Kimi K3“ vor, das nach eigenen Angaben mit den Spitzenmodellen von OpenAI und Anthropic konkurrieren soll. Beobachter ziehen bereits Vergleiche zum sogenannten „DeepSeek-Moment“ Anfang 2025, als ein chinesisches Modell die Annahme US-amerikanischer Technologie-Dominanz erschütterte und weltweit Kursverluste auslöste. Nicht jeder Sektor litt gleich: SAP legte um 0,8 Prozent zu, Nemetschek hielt sich nahezu stabil — Anzeichen dafür, dass Umschichtungen innerhalb des Tech-Sektors einzelne Softwarewerte begünstigen.

Ein Gegenbeispiel außerhalb der Chip-Baisse lieferte SMA Solar im SDAX: Nach starken Quartalszahlen und angehobener Jahresprognose sprang die Aktie um gut 13 Prozent auf 65,85 Euro. Ein Analyst hob das Kursziel von 44 auf 75 Euro an und begründete dies mit sinkenden Risiken und wachsendem Batteriespeicher-Geschäft.

Iran-Konflikt und EZB als nächste Prüfsteine

Neben der Tech-Schwäche bleibt der Nahost-Konflikt ein Belastungsfaktor. Zuletzt weiteten sich die gegenseitigen Angriffe zwischen den USA und dem Iran aus, US-Streitkräfte griffen nach Angaben aus Teheran auch Brücken und Infrastruktur an. Die Lage an der für den Ölhandel wichtigen Straße von Hormus bleibt ungeklärt, was laut Marktanalysten für anhaltende Unsicherheit an den Ölmärkten sorgt.

In der kommenden Woche entscheidet die Europäische Zentralbank am Donnerstag über die Leitzinsen — Beobachter erwarten mehrheitlich eine Pause, nachdem im Juni bereits eine Anhebung erfolgt war. Parallel dazu rollt die Berichtssaison an: Mit Deutscher Börse, SAP und Volkswagen legen drei DAX-Konzerne Zahlen vor, ergänzt um Sartorius, Vossloh und LPKF aus der zweiten Reihe. International richtet sich der Blick auf die Quartalsberichte von Alphabet und Tesla zur Wochenmitte — Ergebnisse, die nach Einschätzung von Marktbeobachtern zeigen müssen, ob sich die hohen KI-Investitionen der vergangenen Quartale endlich in Umsatz und Marge niederschlagen.

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