Asiens Börsen machen es vor, der deutsche Markt zieht nach. Gewinnmitnahmen bei Technologiewerten drücken den DAX am Dienstag spürbar ins Minus. Der Leitindex rutscht deutlich unter die psychologisch wichtige Marke von 25.000 Punkten. Aktuell notiert das Barometer bei 24.895 Zählern. Das entspricht einem Tagesverlust von knapp einem Prozent.
Globale Tech-Korrektur belastet
Der Auslöser für den Rücksetzer liegt in Fernost. In Japan und Südkorea trennten sich Anleger im großen Stil von stark gelaufenen Tech-Titeln. Der südkoreanische KOSPI brach um fast zehn Prozent ein. Diese Welle erfasste rasch auch den europäischen Handel.
Trotz des aktuellen Dämpfers bleibt der übergeordnete Trend intakt. Der DAX behauptet sich weiterhin gut ein Prozent über seiner 50-Tage-Linie bei 24.560 Punkten. Zum Rekordhoch aus dem Januar fehlen derzeit nur rund 2,4 Prozent.
Aufsteigerfluch bei Hochtief
Auf Unternehmensebene bestimmt Hochtief das Geschehen. Der Essener Baukonzern ersetzt Porsche im DAX. Allerdings bringt der Aufstieg keine Kursgewinne. Im Gegenteil. Die Aktie gibt spürbar nach.
Passive Fonds mussten das Papier im Vorfeld kaufen. Dieser technische Kaufdruck fällt nun weg. Früh positionierte Investoren machen Kasse. Die enge Eigentümerstruktur verstärkt diesen Effekt. Der spanische Mutterkonzern ACS hält 80 Prozent der Anteile. Der geringe Streubesitz sorgt für stärkere Kursausschläge.
Milliarden-Deal und Prognosesprung
RWE greift derweil tief in die Tasche. Der Energiekonzern stockt seinen Anteil am Netzbetreiber Amprion auf 55 Prozent auf. Dafür nimmt RWE rund 3,6 Milliarden Euro in die Hand. Die Finanzierung steht bereits in weiten Teilen. Der norwegische Staatsfonds und die Qatar Investment Authority steuern als Ankerinvestoren eine Milliarde Euro bei.
Brenntag liefert parallel dazu positive Nachrichten. Der Chemikalienhändler profitiert von einer robusten Nachfrage und besseren Margen. Das Management hebt die Prognose an. Für das laufende Jahr erwartet der Vorstand nun ein operatives Ergebnis zwischen 1,25 und 1,40 Milliarden Euro.
Am Nachmittag richten Anleger ihre Aufmerksamkeit auf die Konjunktur. Die ersten Einkaufsmanagerindizes für Juni stehen auf der Agenda. Besonders die Daten aus Deutschland und der Eurozone dürften die weitere Richtung für den Leitindex vorgeben. Fällt die Stabilisierung im verarbeitenden Gewerbe schwächer aus als erwartet, testen die Kurse rasch die nächste Unterstützung bei 24.771 Punkten.
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