Der Sieg der Demokraten bei den US-Zwischenwahlen hat dem DAX gestern ein Plus von 2,2% beschert. Nach Angaben von dpa-AFX trug vor allem die Hoffnung auf einen außenpolitisch milderen US-Kurs den Anstieg. Sinkende Ölpreise und positive Unternehmensberichte verstärkten die Kaufbereitschaft. Damit beruhte die Erholung nicht allein auf dem Wahlausgang, sondern auch auf Impulsen aus der Berichtssaison.
Politische Entlastung mit Grenzen
Laut Handelsblatt entsprach das Wahlergebnis den Erwartungen des Marktes. Dennoch löste es Erleichterung aus. Noch am Dienstag hatten neue Spannungen zwischen den USA und Iran sowie Sorgen vor einer Eskalation im Nahen Osten die Börsenstimmung belastet. Die Tagesschau verknüpfte diese Risiken mit steigenden Ölpreisen und fallenden Aktienkursen.
Gestern wirkten niedrigere Ölpreise dagegen unterstützend. Damit änderte sich ein wichtiger Einflussfaktor für die Stimmung. Die Hoffnung auf einen milderen außenpolitischen Kurs bleibt allerdings eine Erwartung der Anleger und ist noch keine bestätigte politische Entwicklung.
Eyb-&-Wallwitz-Chefvolkswirt Johannes Mayr ordnete die Folgen gestern gegenüber dpa-AFX entsprechend vorsichtig ein. Die kurzfristigen Auswirkungen des Wahlausgangs dürften begrenzt bleiben. Ein stärkeres institutionelles Gegengewicht zur US-Regierung könne zugleich die Risiken und Chancen für Anleger verändern.
Unternehmensberichte stützen den Anstieg
Neben der politischen Entlastung lieferten Geschäftszahlen konkrete Kaufargumente. Heidelberg Materials bekräftigte gestern seine Prognose für das Ergebnis aus laufendem Geschäft von 3,40 bis 3,65 Milliarden Euro. dpa-AFX zählte die Quartalsergebnisse zu den Impulsen für Käufe im DAX.
Auch Continental steuerte eine positive Nachricht bei. Nach einem überraschend hohen Gewinn hob das Unternehmen die Jahresziele für die operative Rendite an. Dow Jones nannte die Meldung als einen der Treiber der freundlichen europäischen Börsensitzung. Die Berichtssaison gab der Erholung damit Rückhalt jenseits der politischen Hoffnungen.
Für heute sind weitere Quartalsberichte angesetzt, darunter die Veröffentlichungen von Deutsche Telekom, DHL Group, Rheinmetall und Commerzbank. Sie können zeigen, ob sich die positiven Überraschungen fortsetzen. Ergebnisse stehen dabei noch aus; allein der volle Kalender liefert kein zusätzliches Kaufargument.
Inflation bleibt ein Gegengewicht
Trotz der Entlastung durch sinkende Ölpreise bleibt das Zinsumfeld ein Risiko. Reuters berichtete gestern von einer auf 4,0 Prozent gestiegenen Inflationsrate im Euroraum im Oktober. Höhere Energiepreise hätten die Teuerung auf ein Dreijahreshoch getrieben und Erwartungen einer EZB-Zinserhöhung im Dezember bekräftigt.
Für die weitere Richtung zählen deshalb neben den Unternehmenszahlen auch die Konjunktursignale. Heute stehen die deutschen Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe für September an. Am 6. November folgt der US-Arbeitsmarktbericht für Oktober, den dpa-AFX als wichtigen Termin für die Erwartungen an die US-Geldpolitik hervorhob.
Der DAX hat damit politische Entlastung und bessere Unternehmensnachrichten eingepreist. Ob daraus weiterer Rückenwind entsteht, hängt nun auch davon ab, wie die nächsten Berichte und Wirtschaftsdaten ausfallen.
Stand heute, 5. November: DAX – Kaufen, halten oder verkaufen?
Wer in DAX investiert ist oder einen Einstieg prüft, sollte die Lage jetzt neu bewerten. Die Gratis-Analyse vom 5. November gibt die klare Antwort – und zeigt, warum Abwarten gerade jetzt riskanter sein kann, als es wirkt.
