Der DAX schloss gestern mit einem Plus von 1,4 Prozent – und trotzdem hinterlässt der Handelstag einen bitteren Beigeschmack. Denn hinter der Kurserholung verbergen sich Konjunkturdaten, die Ökonomen aufhorchen lassen.
Ifo-Einbruch und Stagflationsrisiko
Der ifo-Geschäftsklimaindex fiel im März auf 86,4 Punkte – das niedrigste Niveau seit über einem Jahr. ifo-Präsident Clemens Fuest machte den Iran-Krieg direkt verantwortlich: „Der Krieg im Iran beendet vorerst die Hoffnung auf einen Aufschwung.“ Noch deutlicher formulierte es Chris Williamson von S&P Global: Der zusammengesetzte Einkaufsmanagerindex rutschte auf 50,5 Punkte und verbleibt damit kaum noch im Wachstumsbereich. Williamson spricht bereits von „läutenden Alarmglocken für eine mögliche Stagflation“ – der Krieg treibe die Preise nach oben und drossele gleichzeitig das Wachstum.
Hinzu kommt die Zinspolitik: EZB und Fed ließen die Leitzinsen zuletzt unverändert. Für Europa preisen die Märkte sogar weitere Zinserhöhungen ein – ein schwieriges Umfeld für Wachstumswerte.
SAP bremst den Index, Energie glänzt
Besonders schmerzhaft für den DAX: SAP, als größte Indexkomponente nach Marktkapitalisierung, führte gestern die Verliererliste an. JPMorgan-Analyst Toby Ogg stufte die Aktie von „Overweight“ auf „Neutral“ herab und kappte das Kursziel drastisch von 260 auf 175 Euro. SAP fiel damit auf den tiefsten Stand seit 26 Monaten – mit einem Jahresminus von 29 Prozent. Das Gewicht der Aktie im Index dämpfte die Gesamtperformance spürbar.
Auf der Gewinnerseite dominierten Energie- und Zykliker-Titel. Siemens Energy, Infineon, RWE und Vonovia zählten zu den stärksten Werten des Tages – getragen vom sinkenden Ölpreis, der unter die 100-Dollar-Marke zurückfiel.
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Nahost-Gerüchte als instabiler Kurstreiber
Den Morgensprung über 23.000 Punkte löste ein Medienbericht aus: US-Präsident Trump erklärte, die USA und der Iran befänden sich in Verhandlungen; die New York Times berichtete über einen 15-Punkte-Plan. Iranische Staatsmedien wiesen alle Berichte kategorisch zurück. Der DAX konnte die 23.000-Punkte-Marke nicht halten.
Marktanalyst Andreas Lipkow von CMC Markets brachte es auf den Punkt: Die Lage im Nahen Osten werde „von vielen Gerüchten und Spekulationen getragen“ – eine fragile Basis für nachhaltige Kursgewinne.
Charttechnisch liegt der nächste relevante Widerstand beim offenen Gap vom vergangenen Donnerstag bei 23.450 Punkten. Erst eine nachhaltige Rückkehr über 23.000 Punkte würde das technische Bild aufhellen – solange die Situation am Persischen Golf keine klare Entspannung zeigt, bleibt der DAX rund zehn Prozent unter seinem Januarhoch von 25.420 Punkten.
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