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DAX: Schwache US-Jobs, starker Rekord

Enttäuschende US-Arbeitsmarktdaten beflügeln den DAX zu einem neuen Allzeithoch. Bayer und Deutsche Bank führen die Rallye an, während Chipwerte bremsen.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • DAX erreicht neues Rekordhoch
  • US-Jobdaten schwächer als erwartet
  • Bayer und Deutsche Bank als Kurstreiber
  • Chipwerte belasten die Gesamtrallye

Ausgerechnet enttäuschende Zahlen vom US-Arbeitsmarkt haben dem DAX am Donnerstag zu einem neuen Rekordhoch verholfen. Der Index kletterte am Nachmittag bis auf 25.527,63 Punkte und knackte damit die bisherige Bestmarke vom 13. Januar. Der Mechanismus dahinter: Schwache Konjunkturdaten aus den USA schieben Zinserhöhungen in die Zukunft — und das gefällt den Aktienmärkten.

US-Arbeitsmarkt bremst Zinssorgen

Im Juni entstanden in den USA nur 57.000 neue Stellen außerhalb der Landwirtschaft. Volkswirte hatten mit 115.000 gerechnet, gut doppelt so viel. Zusätzlich wurden die Werte der Vormonate spürbar nach unten revidiert, während die Arbeitslosenquote nur deshalb leicht sank, weil weniger Menschen überhaupt am Arbeitsmarkt aktiv waren.

Für Anleger zählte vor allem eines: Der Druck auf die Notenbank, an der Zinsschraube zu drehen, lässt nach. Auch der EuroStoxx 50 reagierte mit einem Sprung auf ein eigenes Rekordhoch von rund 6.370 Punkten, CAC 40, SMI und FTSE 100 zogen ebenfalls kräftig an.

Rückenwind kam zusätzlich aus Berlin. Union und SPD einigten sich in der Nacht auf ein Reformpaket für Wachstum und soziale Sicherheit. Immobilienwerte wie Vonovia, TAG Immobilien und Aroundtown profitierten mit Kursgewinnen von bis zu sechs Prozent, nachdem die Koalition eine Verstaatlichung von Mietwohnungen ausgeschlossen hatte.

Bayer und Deutsche Bank an der Spitze

Angeführt wurde die Rallye von Bayer. Die Aktie legte deutlich zu und übersprang erstmals seit fast drei Jahren wieder die Marke von 50 Euro. Der Konzern bündelt sein US-Geschäft mit dem umstrittenen Unkrautvernichter Glyphosat in der eigenständigen Tochter Ruveon, die Deutsche Bank stufte die Aktie auf „Buy“ hoch.

Auch die Deutsche Bank selbst gehörte zu den Gewinnern, nachdem Morgan Stanley das Institut zum Favoriten unter Europas Investmentbanken erklärt hatte. CTS Eventim zog nach, nachdem Oddo BHF die Papiere des Ticketvermarkters von „Neutral“ auf „Outperform“ angehoben hatte.

Chipwerte bremsen die Rallye

Nicht alle Sektoren feierten mit. In Asien brachen Halbleiterwerte deutlich ein, nachdem der Sektor bereits am Vorabend in den USA abverkauft worden war. Auslöser sind Berichte über Pläne von Meta Platforms, ins Cloud-Infrastrukturgeschäft einzusteigen und überschüssige KI-Rechenleistung an externe Kunden zu verkaufen — eine Entwicklung, die Sorgen um die künftige Nachfragestruktur im Chipsektor schürt.

Im DAX hielt sich Infineon noch stabil, während Zulieferer wie Aixtron, Jenoptik, Süss Microtec, LPKF und PVA Tepla zwischen 0,7 und 3,4 Prozent nachgaben. Der MDAX der mittelgroßen Werte profitierte dagegen von der breiten Aufwärtsbewegung und stieg um 1,7 Prozent.

Mit dem Sprung über das Januar-Hoch rückt nun auch ein neuer Rekord auf Schlusskursbasis in Reichweite. Bislang hält der DAX diese Bestmarke bei 25.420,66 Punkten vom 13. Januar.

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