Ein zäher Handelstag, ein versöhnliches Ende: Der DAX hat sich am Dienstag zunächst mit der Richtungssuche schwergetan, ehe ein Schlussspurt am Nachmittag die runde Marke von 25.000 Punkten zurückbrachte. Am Ende stand ein Plus von 0,66 Prozent auf 25.011 Zähler zu Buche — zugleich das Tageshoch. Zum Rekordstand von rund 25.900 Punkten aus Anfang Juli fehlt damit weiterhin ein gutes Stück.
Getragen wurde die Erholung von zwei Faktoren: überraschend guten Konjunkturdaten und Hoffnung auf Entspannung im Nahen Osten. Die ZEW-Konjunkturerwartungen für Juli fielen deutlich besser aus als erwartet und signalisierten eine gewisse Resilienz der deutschen Wirtschaft. Parallel dazu nährten Berichte über Vermittlungsbemühungen für eine Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran neue Zuversicht — auch wenn die amerikanischen Militärschläge dort inzwischen die zehnte Nacht in Folge andauerten und der Ölpreis mit 91,31 US-Dollar je Barrel Brent weiter anzog.
Chipwerte führen, Sartorius bricht ein
An der Index-Spitze sorgte eine Erholungswelle bei Halbleiterwerten für Auftrieb, die von Asien herüberschwappte. Infineon gewann 5,5 Prozent, Siemens Energy legte um 3,6 Prozent zu — hier spielte zusätzlich der Strombedarf für neue KI-Rechenzentren eine Rolle. Auch Hochtief profitierte mit einem Plus von 1,7 Prozent vom Rechenzentren-Boom, während Drägerwerk nach einer angehobenen Margenprognose infolge von Zollrückerstattungen um mehr als 4 Prozent zulegte.
Am anderen Ende der Kursliste dominierte Sartorius das Bild mit einem Kursverlust von rund 8 Prozent. Auslöser war ein enttäuschender Ausblick des US-Wettbewerbers Danaher für das dritte Quartal, der auch Merck KGaA, Siemens Healthineers und Qiagen leicht ins Minus zog. Munich Re schloss als Schlusslicht mit minus 2,8 Prozent, nachdem Finanzchef Andrew Buchanan Zweifel an der bisherigen Prognose für die Schaden- und Unfallrückversicherung hatte durchblicken lassen.
Jungheinrich sorgte für zusätzliche Nervosität: Die Bafin hat eine Prüfung des Halbjahresabschlusses 2025 eingeleitet, weil der Gabelstaplerhersteller bei Vermögensbewertungen gegen Rechnungslegungsvorschriften verstoßen haben soll. Die Aktie fiel zunächst, drehte aber noch ins Plus und schloss 0,5 Prozent höher. Fraport gab nach einer Abstufung durch Barclays um 1,2 Prozent nach.
Für die kommenden Tage bleibt die Gemengelage unübersichtlich. Der DAX bewegt sich zuletzt in einer Handelsspanne zwischen 24.700 und 25.100 Punkten, während die US-Berichtssaison mit Zahlen von Alphabet, Intel, IBM und ServiceNow diese Woche neue Impulse liefern dürfte. Am Donnerstag steht zudem die Zinsentscheidung der EZB an — Marktbeobachter rechnen mit einer Pause, richten den Blick aber auf mögliche Signale von Präsidentin Christine Lagarde zu den Zinserwartungen für September.
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