Kaum zurückerobert, schon wieder verloren: Die 26.000-Punkte-Marke hält den DAX am Montag nicht lange bei der Stange. Nach der Stabilisierung der Vorwoche geht es zur Wochenmitte erneut nach unten – und der Ölpreis spielt dabei die Hauptrolle.
Gegen Mittag verliert der deutsche Leitindex 0,24 Prozent auf 25.983 Punkte. Am Freitag war er noch bis auf 26.167 Punkte geklettert, drehte dann aber vor der 21-Tage-Linie ab. Das gut zwei Wochen alte Rekordhoch bei rund 26.600 Punkten bleibt damit außer Reichweite.
Öl treibt die Nervosität
Der Konflikt zwischen den USA und dem Iran belastet weiter. Brent-Rohöl notiert bei knapp 97 US-Dollar je Barrel, nachdem eine Kerngruppe der Opec+ am Wochenende ankündigte, die Fördermengen im Oktober nicht weiter anzuheben. Goldman-Sachs-Rohstoffexperte Daan Struyven brachte in einem Bloomberg-Interview sogar ein Szenario mit Brent bei 120 Dollar ins Spiel, sollten sich die Angriffe auf Schifffahrt ausweiten.
Zusätzlich fehlt den Märkten heute ein wichtiger Impulsgeber: Wegen des Labor-Day-Feiertags bleiben die US-Börsen geschlossen. Der Wahlsieg der AfD in Sachsen-Anhalt sorgt zwar für Gesprächsstoff, dürfte laut Marktbeobachtern für den DAX aber kaum kursrelevant sein.
Im Blick der Anleger steht stattdessen die Zinsentscheidung der Europäischen Zentralbank am Donnerstag. Eine Anhebung um 0,25 Prozentpunkte auf 2,5 Prozent gilt als weitgehend eingepreist. In der kommenden Woche folgt die US-Notenbank – nach dem robusten Arbeitsmarktbericht vom Freitag rechnet eine Mehrheit am Markt auch dort mit einem Zinsschritt.
Chips gefragt, Immobilien unter Druck
Während der Gesamtmarkt schwächelt, laufen Halbleiterwerte gegen den Trend. Infineon gewinnt rund drei Prozent, gestützt von einer Kaufempfehlung von Warburg Research und starken Kursen der südkoreanischen Konkurrenz Samsung und SK Hynix. Auch Zulieferer wie Aixtron, Süss Microtec und Siltronic ziehen deutlich an.
Nordex schießt nach einer Kaufempfehlung von Bank of America um mehr als elf Prozent nach oben – der größte Tagesgewinner im MDax. Eon und RWE profitieren von einer Hochstufung durch die UBS.
Auf der Verliererseite steht die zinssensible Immobilienbranche. Vonovia verliert rund 2,4 Prozent, nachdem ein Goldman-Analyst sein Kaufvotum zurückzog und auf einen vorsichtigen Konferenzton angesichts steigender Zinsen verwies. LEG Immobilien, TAG Immobilien und Aroundtown gehören ebenfalls zu den schwächsten MDax-Werten.
Die entscheidenden Termine der Woche liegen bereits fest: Am Donnerstag verkündet die EZB ihre Zinsentscheidung, am Freitag folgen die US-Verbraucherpreise für August. Beide Ereignisse dürften darüber entscheiden, ob der DAX die 26.000er-Marke zurückerobert oder weiter nach unten testet.
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