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DAX: Ölpreise gegen Bilanzsaison

Steigende Ölpreise durch Nahost-Konflikte überschatten positive Quartalszahlen und bremsen den DAX bei 25.000 Punkten.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Ölpreise steigen wegen Sicherheitsrisiken
  • DAX hält sich knapp über 25.000 Punkten
  • Airbus und GEA mit positiven Quartalszahlen
  • ZEW-Konjunkturbarometer steigt deutlich

Zwei Öltanker aus Saudi-Arabien haben ihre Route durch das Rote Meer abgebrochen. Nach der Straße von Hormus rückt damit ein weiterer Seeweg in den Fokus der Sicherheitsrisiken im Nahen Osten. Die Ölpreise ziehen als Reaktion weiter an — und setzen den DAX ausgerechnet an einem Tag unter Druck, an dem die Berichtssaison eigentlich für Rückenwind sorgen sollte.

Der Leitindex hält sich über der Marke von 25.000 Punkten, der X-DAX signalisierte vorbörslich ein Plus von 0,2 Prozent auf gut 25.000 Zähler. Ein nachhaltiger Ausbruch nach oben bleibt angesichts der geopolitischen Lage aber schwierig. WTI-Öl kletterte auf über 85 Dollar, Brent auf über 92 Dollar — beide Sorten mit spürbaren Tagesgewinnen.

Tech-Bilanzen im Blick, Asien zeigt Nerven

An den asiatischen Börsen folgten die Indizes zunächst den freundlichen US-Vorgaben, speziell bei Halbleiter- und KI-Werten griffen Investoren zu. Der Nikkei drehte im Handelsverlauf allerdings ins Minus, nachdem sich hinter besser als erwarteten Exportdaten ein Importanstieg durch die hohen Ölpreise verbarg.

Der Blick richtet sich nun auf den Abend: Tesla, Alphabet und IBM legen nach US-Handelsschluss ihre Quartalszahlen vor, ServiceNow zieht nach. In Europa berichten am Vormittag Banken wie Santander, nach Frankfurter Börsenschluss folgt die Deutsche Börse mit ihrer eigenen Bilanz. Die Investitionspläne der Tech-Konzerne dürften dabei mindestens so wichtig werden wie die reinen Gewinnzahlen — höhere Kapitalkosten durch steigende Anleiherenditen treffen die Branche besonders.

Airbus, GEA und Friedrich Vorwerk liefern positive Impulse

Auf Einzelwertebene sorgten mehrere Unternehmen für Auftrieb. Airbus will seinen Gewinn dank starker Nachfrage nach Passagierjets bis 2029 deutlich steigern und kündigte zugleich einen Aktienrückkauf an, der laut dem Analysehaus Jefferies früher als erwartet kommen dürfte. Die Aktie legte vorbörslich um fast drei Prozent zu.

GEA übertraf mit vorläufigen Zahlen zum zweiten Quartal die Erwartungen bei Auftragseingang, Umsatz und operativem Ergebnis und hob die Jahresziele an — das Papier gewann im Tradegate-Handel rund vier Prozent. Der Pipeline- und Anlagenbauer Friedrich Vorwerk zog nach: Nach einer deutlich gestiegenen Profitabilität im ersten Halbjahr wurde die Gewinnprognose für das Gesamtjahr angehoben, die Aktie stieg um fast fünf Prozent.

Das ZEW-Konjunkturbarometer für die kommenden sechs Monate kletterte im Juli um 15,8 Punkte auf 26,3 Zähler — ein Lichtblick, der die vorsichtige Grundstimmung am deutschen Aktienmarkt bislang aber nicht auflöst.

Charttechnisch bleibt die Marke von 25.205 Punkten der nächste Prüfstein. Gelingt der nachhaltige Sprung darüber, rücken die Januarhöchststände bei 25.507 Punkten in Reichweite. Nach unten bildet der 50-Tage-Durchschnitt bei rund 24.844 Punkten die wichtigste Auffanglinie — fällt der DAX darunter, würde der Blick auf den 200-Tage-Durchschnitt bei 24.240 Punkten fallen.

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Felix Baarz

Felix Baarz ist Wirtschaftsjournalist mit mehr als 15 Jahren Erfahrung in der Berichterstattung über internationale Finanzmärkte. Als gebürtiger Kölner begann er seine Laufbahn bei einer deutschen Fachpublikation, bevor er für sechs Jahre nach New York zog.

In New York berichtete er direkt aus dem Zentrum der globalen Finanzwelt über Entwicklungen an der Wall Street und wirtschaftspolitische Entscheidungen von internationaler Tragweite. Diese Zeit prägte seine analytische Herangehensweise an komplexe Wirtschaftsthemen.

Heute arbeitet Baarz als freier Journalist für führende deutschsprachige Wirtschafts- und Finanzmedien. Seine Schwerpunkte liegen auf der fundierten Analyse globaler Finanzmärkte und der verständlichen Aufbereitung wirtschaftspolitischer Zusammenhänge. Neben seiner schriftlichen Arbeit moderiert er Fachdiskussionen und nimmt an Expertenrunden teil.

Sein journalistischer Ansatz kombiniert tiefgreifende Recherche mit präziser Analyse, um Lesern Orientierung in einer sich wandelnden Wirtschaftswelt zu bieten.