Der DAX steuert auf seinen zweiten Verlusttag zu. Nach einem Rückgang von 0,66 Prozent auf 25.410,63 Punkte am Mittwoch taxierte der Broker IG den Leitindex am Donnerstagmorgen weitere 0,3 Prozent tiefer auf 25.330 Punkte. Damit rückt die 100-Tage-Linie bei rund 25.319 Punkten wieder in Reichweite — bereits in der Vorwoche war der Index kurz darunter gerutscht, konnte sich aber fangen.
Ölmarkt bleibt der Unruheherd
Der eigentliche Belastungsfaktor liegt nicht in Frankfurt, sondern am Golf. Nachdem in der Straße von Hormus erneut ein Frachtschiff unter Beschuss geraten war, zogen die Ölpreise am Mittwoch wieder deutlich an.
Brent notierte zuletzt bei 102,30 Dollar je Fass, WTI bei 91,44 Dollar — beide klar über der psychologisch wichtigen 100-Dollar-Marke bei Brent. Der Iran knüpft eine mögliche Entspannung an der Seestraße an Bedingungen in seinen Gesprächen mit den USA, was die Unsicherheit vorerst zementiert.
Steigende Energiepreise nähren die Inflationssorgen — und damit die Erwartung, dass die US-Notenbank an der Zinsschraube weiterdreht. Die Anleiherenditen zogen entsprechend an, was die Wall Street belastete: Der Dow Jones verlor 0,68 Prozent, der Nasdaq 100 gab nach seinem Rekordhoch vom Vortag um 0,85 Prozent nach.
Asien uneinheitlich, Zollpause verlängert
In Asien zeigte sich am Donnerstag kein klares Bild. Der Nikkei 225 legte nach der feiertagsbedingten Pause um 1,2 Prozent zu, während der CSI-300 in China um 1,3 Prozent nachgab und der Hongkonger Hang-Seng-Index 0,5 Prozent verlor. Im Fokus steht das Treffen zwischen US-Präsident Trump und Chinas Staatschef Xi Jinping.
Ein erstes Ergebnis gibt es bereits: Die bis November befristete Aussetzung zusätzlicher US-Zölle auf chinesische Importe wird laut US-Finanzminister Scott Bessent um zwei weitere Monate verlängert. Eine chinesische Bestätigung dazu lag zunächst nicht vor.
Vom Allzeithoch aus Ende August, als der DAX intraday bei 26.618,74 Punkten notierte, hat der Index inzwischen spürbar an Boden verloren. Ob die 100-Tage-Linie erneut als Fangnetz dient, dürfte in den kommenden Handelsstunden von der weiteren Ölpreisentwicklung und dem Ausgang des Treffens in Washington abhängen.
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