Der DAX startet schwächer in den Mittwoch. Der Broker IG taxiert den deutschen Leitindex rund zweieinhalb Stunden vor Handelsstart 0,6 Prozent tiefer bei 25.859 Punkten — die runde Marke von 26.000 Zählern rückt damit außer Reichweite. Am Dienstag hatte der Index nach einem ruhigen Handelstag noch nahezu unverändert bei 26.008 Punkten geschlossen.
Der eigentliche Belastungsfaktor kommt vom Ölmarkt. Brent-Öl nähert sich der Marke von 100 Dollar je Fass, nachdem Berichte über eine weitere iranische Angriffswelle auf US-Marineschiffe die Runde machten. Bereits zuvor hatten Angriffe der Huthi-Rebellen auf saudische Öl-Infrastruktur sowie US-Angriffe auf iranische Tanker die Notierungen befeuert. Für die WTI-Sorte war es bereits der sechste Anstieg in Folge.
Wall Street liefert schwache Vorgaben
Nach dem Labor-Day-Feiertag kehrten die US-Anleger mit schlechter Laune zurück. Der Dow Jones verlor 1,2 Prozent, der S&P 500 gab 0,6 Prozent ab, der Nasdaq Composite 0,3 Prozent — für alle drei Indizes bereits der zweite Verlusttag in Folge.
Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen liegt bei 4,8 Prozent, während der Markt eine Wahrscheinlichkeit von deutlich über 50 Prozent für eine Zinserhöhung der Fed einpreist. Diese Kombination aus hohen Bewertungen und steigenden Zinsen setzt Aktien zusätzlich unter Druck.
Bei den Einzelwerten bleibt die Entwicklung von Rheinmetall und Volkswagen im Blick, nachdem beide Titel am Vortag zu den größten Gewinnern zählten. Infineon dagegen büßte nach einer Abstufung durch Morgan Stanley kräftig ein — die Analysten warnten vor einem Höhepunkt der DRAM-Nachfrage. Auch Hannover Rück gehörte zu den Verlierern der Sitzung.
Wer den DAX wirklich bewegt
Eine aktuelle Studie von S&P Global Market Intelligence und dem Deutschen Investor Relations Verband liefert unterdessen einen Blick hinter die Kulissen des Index. Institutionelle Investoren halten mittlerweile 60,2 Prozent des DAX-Streubesitzes, ein Plus von 2,4 Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahr.
Treiber sind vor allem passive Indexfonds: BlackRock kommt inzwischen auf 13,2 Prozent des institutionellen Streubesitzes, Vanguard bleibt mit 6,5 Prozent größter Einzelinvestor. Familien und Konzerne ziehen sich dagegen zurück — ihre Direktbeteiligungen schrumpften kräftig.
Das verschiebt die Mechanik des Marktes: Kursbewegungen im DAX hängen zunehmend an Mittelflüssen in ETFs, weniger an der Auswahl einzelner Aktien durch aktive Manager.
Am Donnerstag um 14:15 Uhr entscheidet die EZB über die Leitzinsen, bei einem Einlagensatz von aktuell 2,25 Prozent dürfte weniger der Beschluss selbst als der Ton der Pressekonferenz zählen — die Notenbank steht angesichts des Ölpreises vor einer klassischen Stagflationsfrage.
Am Abend legt zudem Oracle Zahlen vor, die für die Debatte um die Rendite von KI-Investitionen richtungsweisend sein dürften. Am Freitag folgen die US-Verbraucherpreise für August, die letzte wichtige Datenmarke vor der Fed-Sitzung am 16. September.
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