Nach dem kräftigen Wochenauftakt tritt der DAX auf der Stelle. Zum Handelsstart legte der Index noch leicht auf 25.592,98 Punkte zu, rutschte im Tagesverlauf aber ins Minus. Die viel beachtete 50-Tage-Linie bei 25.775 Punkten bleibt damit weiter außer Reichweite — sie hatte die Erholung bereits am vergangenen Donnerstag ausgebremst.
Verantwortlich für die verhaltene Stimmung sind wieder anziehende Ölpreise. Nach den Verlusten der vergangenen Handelstage drehte Brent nach oben, befeuert durch neue Spannungen in der Straße von Hormus, wo erneut ein Schiff angegriffen wurde. Die Versorgungsrisiken im Nahen Osten bleiben damit ein zentraler Belastungsfaktor für europäische Aktien.
Tech-Rally aus New York erreicht Europa nur gedämpft
Ganz anders das Bild in den USA: Der Nasdaq 100 sprang am Vortag um 2,8 Prozent nach oben, den stärksten Tagesgewinn seit Anfang August. Treiber war Meta Platforms, dessen Aktie mit gut 11 Prozent den höchsten Tagesgewinn seit April 2025 verzeichnete.
Grund war der starke Start der neuen KI-Anwendung Muse, die laut Analyst Brent Thill von Jefferies „alle Anzeichen einer Killer-App“ zeige — mit einer Verbraucher-Akzeptanz, die selbst Anthropics Claude oder Googles Gemini übertreffe.
Der Schwung aus New York und Asien fand am Dienstagmorgen jedoch keinen vergleichbaren Widerhall im DAX. Zu stark wiegt hierzulande der Gegenwind aus dem Energiemarkt.
Politik als Unsicherheitsfaktor
Zusätzliche Aufmerksamkeit richtet sich auf das für Donnerstag angesetzte Treffen zwischen US-Präsident Donald Trump und Chinas Staatschef Xi Jinping am Rande der UN-Generaldebatte in New York.
Marktbeobachter bei Standard Chartered sehen gegenseitige Zollsenkungen als konkretestes mögliches Ergebnis, während US-Technologiekontrollen und Chinas Beschränkungen bei Seltenen Erden die entscheidenden Druckmittel bleiben. Selbst ohne konkrete Beschlüsse könnten vereinbarte Folgetreffen als Signal gewertet werden, dass beide Seiten eine erneute Eskalation vermeiden wollen.
Parallel dazu sprach Frankreichs Präsident Emmanuel Macron mit Trump über eine mögliche Energie-Waffenruhe im Ukraine-Krieg und den Schutz der Schifffahrt in der Straße von Hormus — ein weiterer Baustein, der die Ölpreis-Nervosität perspektivisch dämpfen könnte.
Sein Rekordhoch von 26.618,74 Punkten aus dem Intraday-Handel am 28. August bleibt für den DAX vorerst außer Reichweite. Bis die Ölpreis-Risiken aus dem Nahen Osten nachlassen, dürfte die 50-Tage-Linie das entscheidende Nadelöhr für die nächste Erholungsbewegung bleiben.
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