Trumps Rede an die Nation hat die Hoffnungen auf ein schnelles Ende des Nahostkonflikts gedämpft — und die Ölpreise auf über 108 Dollar je Barrel getrieben. Der DAX schloss am Mittwoch mit einem Minus von 0,6 Prozent bei 23.168 Punkten, nachdem er zwischenzeitlich um 1,5 Prozent auf unter 23.000 Punkte gefallen war.
In seiner ersten Ansprache seit Beginn des Iran-Krieges nannte Trump weder einen Zeitplan für ein Kriegsende noch einen konkreten Plan zur Wiedereröffnung der Straße von Hormus. Stattdessen drohte er Iran mit weiteren Angriffen auf Energieanlagen, sollte Teheran einen Deal ablehnen. Etwas Erleichterung brachten erst Berichte, dass Iran und Oman an einem Memorandum über sicheren Schiffsverkehr durch die Meerenge arbeiten — der Index erholte sich daraufhin von seinen Tiefständen. Auf Wochensicht steht trotzdem ein Plus von rund 3,9 Prozent.
Verlierer und Gewinner im DAX
Technologie, Finanzwerte und Industrie standen besonders unter Druck. Deutsche Telekom verlor 3,3 Prozent, allerdings handelte die Aktie ex-Dividende — der Abschlag spiegelt eine Ausschüttung von 1,00 Euro je Aktie wider. Infineon büßte 3,2 Prozent ein, Siemens 2,6 Prozent, Deutsche Bank und Commerzbank jeweils 2,6 Prozent.
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Gegen den Trend legten Energieversorger und defensive Werte zu: E.ON gewann 2,2 Prozent, Deutsche Börse 1,9 Prozent und Hannover Rück 1,2 Prozent.
Hormus-Frist läuft am 6. April ab
Der Ölpreisanstieg von mehr als 8 Prozent auf Brent-Basis trifft Deutschland mit seiner industriellen Basis besonders hart. Steigende Energiekosten erhöhen den Kostendruck auf Unternehmen und schüren Inflationsängste — was die EZB in ein Dilemma treibt: Die Märkte preisen Zinssenkungen ein, doch hartnäckig hohe Energiepreise erschweren diesen Schritt.
Die von Trump gesetzte Frist zur Wiedereröffnung der Straße von Hormus läuft am 6. April ab — einem Sonntag, also einen Tag vor dem nächsten DAX-Handelstag. Da der Markt wegen Ostern am Freitag geschlossen bleibt, werden die Bewegungen der Wall Street vom Montag ungefiltert auf den DAX-Eröffnungskurs am Dienstag durchschlagen. UBS warnt vor weiteren Aufwärtsrisiken beim Ölpreis, solange keine Durchfahrt durch Hormus gesichert ist. Solange Brent deutlich über 100 Dollar notiert, bleibt der Gegenwind für den DAX real.
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