Der DAX hat am Mittwoch erneut die Bestmarke gerissen. Bei 26.521,36 Punkten markierte der Leitindex ein neues Allzeithoch, nachdem er bereits am Vortag mit 26.391,42 Zählern auf Rekordniveau geschlossen hatte. Das Jahresplus liegt inzwischen bei gut 8 Prozent.
Viel Schwung entwickelte der Index im weiteren Handelsverlauf allerdings nicht. Der Grund: Am Nachmittag stehen die US-Verbraucherpreise für Juli an, ein Termin, der die Richtung für die kommenden Wochen vorgeben könnte. Fallen die Daten im Rahmen der Erwartungen von rund 3,5 Prozent aus oder sogar schwächer, könnte das der Rekordrally neuen Auftrieb geben. Eine positive Überraschung nach oben dagegen birgt das Risiko einer technischen Verschnaufpause.
Ölpreise und Iran-Konflikt als Störfaktor
Parallel zur Zurückhaltung vor den US-Zahlen bleibt der Nahost-Konflikt ein Unsicherheitsfaktor. Die Ölpreise haben zuletzt das höchste Niveau seit Ende Juli erreicht, nachdem sowohl die USA als auch die Iran-nahen Houthi-Rebellen von Angriffen auf Schifffahrtsrouten berichteten. Steigende Energiepreise könnten den Inflationsdruck erneut anheizen — ausgerechnet an einem Tag, an dem die Notenbank-Erwartungen im Mittelpunkt stehen. Der Index zeigt sich gegenüber der Nachrichtenlage bislang robust, dennoch bleibt die Gemengelage aus Energiepreisen und geopolitischer Lage ein Risiko im Hintergrund.
Unterstützung kam am Morgen aus Asien: Der Nikkei 225 schloss deutlich fester, auch die US-Futures deuteten vorbörslich auf eine freundliche Eröffnung hin.
Einzelwerte zwischen Rekord und Gewinnwarnung
Bei den Einzeltiteln bestimmten Quartalsberichte das Bild. Siemens Energy gehörte zu den stärksten Werten im Index — Rückenwind kam von einer angehobenen Margenprognose des Windkraft-Konkurrenten Vestas sowie einem neuen Großauftrag für Turbinen im US-Rechenzentrumsgeschäft. Der Energietechnik-Konzern hatte zudem im dritten Quartal des Geschäftsjahres Rekordwerte bei Auftragseingang und Profitabilität gemeldet und seine Prognose bestätigt.
Hannover Rück bestätigte trotz eines Gewinnrückgangs im zweiten Quartal ihre Jahresziele und schnitt dabei besser ab als von Analysten erwartet. Brenntag hatte mit vorab veröffentlichten Eckdaten und einem angehobenen Ausblick für Unterstützung gesorgt. Weniger Anklang fanden die Zahlen von Eon: Der Energiekonzern verwies auf wetterbedingt verzögerte Investitionen im ersten Halbjahr, bestätigte aber seine Ergebnisziele für das Gesamtjahr.
Am Nachmittag entscheidet sich, ob der DAX seine Rekordfahrt fortsetzen kann. Die US-Inflationsdaten für Juli dürften die Richtung für die kommenden Handelstage vorgeben.
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