Geopolitische Spannungen und neue US-Sanktionen gegen den Iran lasten schwer auf dem deutschen Aktienmarkt. Der Dax verlor am Dienstag deutlich an Boden und notierte zuletzt bei 24.043 Punkten — ein Minus von 1,26 Prozent. Damit weitet sich der Rückgang seit Jahresbeginn auf rund zwei Prozent aus.
Ein technischer Indikator liefert ein Warnsignal. Der Relative-Stärke-Index (RSI) liegt bei 81,7, was auf eine kurzfristig überkaufte Marktsituation hindeutet.
Geopolitik treibt Ölpreise und drückt Stimmung
Der Verkaufsdruck resultiert vor allem aus der brüchigen Waffenruhe im Nahen Osten. Parallel dazu zogen die Ölpreise kräftig an. Brent-Rohöl verteuerte sich zeitweise um über drei Prozent auf 107,40 US-Dollar je Barrel. Die Sorge vor einer weiteren Eskalation überschattet derzeit die eigentlich laufende Berichtssaison der Unternehmen.
Indes zeigten bereits die asiatischen Märkte am Morgen deutliche Schwäche. Besonders der südkoreanische Kospi geriet mit einem Abschlag von drei Prozent unter die Räder. Diese negative Dynamik schwappte unmittelbar auf den europäischen Handel über.
Licht und Schatten in der Berichtssaison
Bayer stemmte sich mit einem Kursplus von über fünf Prozent gegen den Markttrend. Der Konzern übertraf die Erwartungen mit einem operativen Ergebnis (EBITDA) von 4,45 Milliarden Euro. Besonders die starke Agrarsparte trieb das Geschäft an.
Ganz anders verlief der Tag für Aktionäre der Munich Re. Trotz eines Gewinnsprungs auf 1,7 Milliarden Euro im ersten Quartal rutschte die Aktie um mehr als sieben Prozent ab. Anleger reagierten empfindlich auf den Rückzug aus dem Neugeschäft bei der jüngsten Vertragserneuerung im April.
Siemens Energy versuchte, mit einem massiven Aktienrückkaufprogramm gegenzusteuern. Das Unternehmen stockte die geplanten Rückkäufe für 2026 um eine Milliarde Euro auf. Ein starker Auftragseingang von über 17 Milliarden Euro, getrieben durch den Bedarf an KI-Rechenzentren, konnte den Kurs im negativen Marktumfeld allerdings nicht stützen.
Technische Unterstützung im Fokus
Thyssenkrupp belastete den Industriesektor zusätzlich. Der Vorstand korrigierte die Umsatzprognose für das laufende Geschäftsjahr nach unten.
Charttechnisch rückt nun die psychologisch wichtige Marke von 24.000 Punkten in das Zentrum der Aufmerksamkeit. Ein dauerhaftes Unterschreiten dieses Niveaus könnte den Weg in Richtung 23.900 Punkte ebnen. Der Index notiert aktuell knapp unter seinem 200-Tage-Durchschnitt von 24.131 Punkten.
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