Der deutsche Leitindex kämpft weiter mit der psychologisch wichtigen 25.000-Punkte-Marke. Am Rosenmontag schloss der DAX mit einem Minus von 0,46 Prozent bei 24.800,91 Punkten – und damit deutlich unter der Hürde, die er im Tagesverlauf kurzzeitig überschritten hatte. Der Handel verlief dünn, die US-Börsen blieben wegen eines Feiertags geschlossen, und auch in Asien herrschte wegen des chinesischen Neujahrsfests Ruhe.
Was auf den ersten Blick nach einer verschlafenen Börsen-Sitzung klingt, offenbart bei genauerem Hinsehen ein tieferliegendes Problem: Die Künstliche Intelligenz bleibt der dominierende Unsicherheitsfaktor. Und diese Verunsicherung erfasst mittlerweile immer mehr Branchen.
Siemens unter Druck
Hauptverantwortlich für den Rücksetzer war das Schwergewicht Siemens, dessen Aktie um 6,4 Prozent einbrach – der tiefste Stand seit Mitte Dezember. Der Grund: Anleger befürchten, dass industrielle Software durch hochentwickelte KI-Tools verdrängt werden könnte. Die bisherige Praxis, alle Lösungen von einem einzigen Anbieter wie Siemens zu beziehen, verliert laut Analysten an Attraktivität. KI ermögliche es Unternehmen zunehmend, ihre Software mit „offenen“ Systemen zu kombinieren – eine direkte Bedrohung für etablierte Geschäftsmodelle.
Die Sorgen beschränken sich längst nicht mehr auf die Softwarebranche. Nach Logistik-Titeln traf es zuletzt auch Finanzdienstleister: Flatexdegiro verlor 6,9 Prozent und damit rund 24 Prozent seit dem Rekordhoch Anfang Februar. Die Angst vor disruptiven Veränderungen durch KI schwappt von Woche zu Woche in neue Segmente über.
Selektive Gewinner
Während viele Titel unter KI-Ängsten leiden, profitieren andere von der Technologie. Bauwerte wie Hochtief legten kräftig zu – die Aktie erreichte ein Rekordhoch und gewann 5,6 Prozent. Als führender Auftragnehmer im Bau von Rechenzentren sei Hochtief bestens positioniert, hieß es von Jefferies. Auch Heidelberg Materials zeigte sich mit einem Plus von 2,0 Prozent robust.
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Der MDAX schloss hingegen 0,21 Prozent im Plus bei 31.364,56 Punktern und zeigte damit relative Stärke gegenüber dem Leitindex.
JPMorgan-Stratege Mislav Matejka warnte unterdessen vor besonderer Vorsicht bei Sektoren mit „KI-Kannibalisierung“ – konkret bei Software, Dienstleistungen und Medien. Die kurzzeitige Erholung vom Freitag erweise sich damit als Strohfeuer, so Andreas Lipkow von CMC Markets. Die Unsicherheit bleibt hoch: Selbst etablierte Blue Chips sind nicht vor KI-bedingter Disruption gefeit.
Am Terminmarkt signalisierten die geöffneten US-Futures weitere Kursverluste für New York – kein gutes Vorzeichen für die kommenden Handelstage. Erst im weiteren Wochenverlauf dürften wichtigere Konjunktursignale aus den USA und Europa für neue Impulse sorgen.
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