Der DAX tastet sich vorsichtig an sein eigenes Hoch heran. Nach dem Rekordschluss vom Freitag bei rund 26.370 Punkten und einem Intraday-Allzeithoch von 26.445 Punkten notierte der Leitindex am Montagmorgen mit einem Plus von 0,1 bis 0,2 Prozent bei etwa 26.350 Punkten. Von Euphorie ist trotzdem wenig zu spüren — der Markt bewegt sich in kleinen Schritten weiter nach oben, ohne dass neue Kaufimpulse den nächsten großen Sprung auslösen.
Getragen wird die Rally von einem schwachen US-Arbeitsmarktbericht für Juli, der am Freitag die Zinssorgen dämpfte. Parallel dazu bleibt die Lage um die Straße von Hormus ungelöst. US-Präsident Donald Trump gab sich zwar gelassen — „Es regelt sich immer, es ist wie eine Schachpartie“ — einen diplomatischen Durchbruch gibt es aber weiterhin nicht. Der Ölpreis reagierte darauf nur moderat: Brent kostete am Morgen 84,09 US-Dollar, ein Anstieg von 0,7 Prozent.
Analysten bleiben optimistisch
JPMorgan-Stratege Mislav Matejka rechnet trotz Geopolitik, Inflationssorgen und Konjunkturzweifeln mit weiteren Höchstständen. Er verweist auf solide Unternehmensergebnisse und eine aus seiner Sicht nicht übertriebene Positionierung der Anleger, die den Markt gegen Rückschläge abfedere.
Im Index selbst sorgten am Montag vor allem KI-nahe Werte für Bewegung: Infineon und Siemens Energy legten zeitweise um bis zu 3,2 Prozent zu. Am unteren Ende der Kursliste standen Scout24, Münchener Rück und Siemens Healthineers.
Im Nebenwertesegment sorgten Hochstufungen durch Oddo BHF und Bernstein Research für Kursgewinne von jeweils mehr als vier Prozent bei Elmos Semiconductor und Aumovio. Bernstein-Analyst Harry Martin sieht bei Aumovio nach dem Kursabschlag der vergangenen Monate eine Einstiegschance, da viele Unsicherheitsfaktoren bereinigt seien. Deutlich schwächer entwickelte sich dagegen Stabilus mit einem Kursrückgang von 6,4 Prozent, nachdem Finanzchef Andreas Jaeger seinen Vertrag vorzeitig aufgelöst hat.
Die Bilanzsaison pausiert an diesem Montag weitgehend — GEA bestätigte lediglich vorläufige Zahlen und den Ausblick. Im weiteren Wochenverlauf richtet sich der Blick auf die US-Verbraucherpreise am Mittwoch sowie auf die zweite Schätzung zum Eurozonen-Wachstum am Freitag. Beide Termine dürften zeigen, ob die Rekordjagd des DAX auch auf den nächsten Datenschub reagieren kann.
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