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DAX: Islamabad-Schock zum Wochenstart

Der DAX startet trotz gescheiterter Atomgespräche stabil, sieht sich aber mit geopolitischen Risiken, einem Lufthansa-Streik und makroökonomischen Belastungen konfrontiert.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Atomverhandlungen zwischen USA und Iran gescheitert
  • Pilotenstreik bei Lufthansa legt Flugverkehr lahm
  • IWF senkt globale Wachstumsprognose für 2026
  • Hoher Ölpreis und US-Inflation belasten Märkte

Nach 21 Stunden Verhandlungen in Islamabad ist klar: Die Atomgespräche zwischen den USA und dem Iran sind gescheitert. Teheran verweigerte einen verbindlichen Verzicht auf Atomwaffen — und die Hoffnung auf eine schnelle Entspannung im Nahen Osten ist damit vorerst geplatzt.

Der DAX startet dennoch ohne größere Kursbewegung in die Woche und notiert nahe dem Freitagsschluss von 23.804 Punkten. Das täuscht jedoch über die Gemengelage hinweg. Die Waffenruhe der Vorwoche hatte den Index am Mittwoch noch um über fünf Prozent nach oben katapultiert — diesen Schwung hat der Markt seitdem fast vollständig wieder abgegeben.

Lufthansa-Streik als zusätzliche Belastung

Zum geopolitischen Druck gesellt sich ein hausgemachtes Problem: Die Pilotengewerkschaft VC hat für heute und morgen einen Streik bei Lufthansa, Lufthansa CityLine und Eurowings ausgerufen. Mindestens 80 Prozent der Abflüge aus Frankfurt und München sollen betroffen sein — mehr als 50.000 Reisende stehen vor Problemen. Hintergrund sind festgefahrene Tarifverhandlungen, in denen laut Gewerkschaft bislang kein ernsthaftes Angebot der Arbeitgeberseite vorliegt.

Auf Unternehmensseite veröffentlicht Volkswagen heute seine Auslieferungszahlen für das erste Quartal 2026 — nach den zuletzt gemeldeten zweistelligen Absatzrückgängen bei Porsche dürfte die Messlatte niedrig liegen.

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IWF, Zinsen und der Ölpreis als Wochentreiber

Das makroökonomische Bild trübt sich parallel ein. In den USA beginnt heute die IWF-Frühjahrstagung, auf der Chefin Kristalina Georgieva angekündigt hat, die globale Wachstumsprognose für 2026 selbst im optimistischsten Szenario zu senken. Die US-Inflation sprang im März auf 3,3 Prozent — nach 2,4 Prozent im Februar. Fed-Protokolle zeigen, dass eine wachsende Zahl von Mitgliedern eine Zinserhöhung für notwendig hält.

Brent-Rohöl notiert bei rund 96,50 US-Dollar je Barrel. Experten sehen erst bei einem Preis unter 90 Dollar ein Signal, dass die Inflationsängste nachhaltig nachlassen — und damit Spielraum für Zinssenkungen entstehen würde.

„Weil eine schnelle Einigung eher unwahrscheinlich wirkt, dürften die Finanzmärkte volatil bleiben“, kommentierte Robert Greil, Chefstratege von Merck Finck. Die 24.000-Punkte-Marke, die der DAX am Freitag kurzzeitig zurückerobert hatte, bleibt der entscheidende Widerstand. Zusätzliche Impulse könnten noch in dieser Woche vom EZB-Sitzungsprotokoll sowie den chinesischen Wachstumsdaten kommen.

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