Der Montag begann für den DAX mit einem Doppelschlag — und endete deutlich besser, als es der Morgen versprach.
Zum Handelsstart verlor der Index 1,26 Prozent und fiel zeitweise unter die 21-Tage-Linie bei rund 24.700 Punkten. Im Tagesverlauf holte er den Großteil dieser Verluste wieder auf und notierte zuletzt nur noch moderat im Minus.
Zwei Auslöser, eine Reaktion
Der Hauptbelastungsfaktor: die erneute militärische Eskalation zwischen Iran und Israel. Am Sonntagabend feuerte der Iran erstmals seit zwei Monaten wieder Raketen auf Israel — als Reaktion auf israelische Angriffe gegen die Hisbollah im Libanon. Beide Seiten lieferten sich daraufhin gegenseitigen Raketenbeschuss. Die Ölpreise reagierten mit deutlichen Aufschlägen, wenngleich sich der Anstieg im Tagesverlauf abschwächte. Nachmittags kündigte der Iran an, die Angriffe einzustellen; Trump versicherte, weiter an einer Konfliktlösung zu arbeiten.
Parallel belasteten Zinsängste aus den USA. Der unerwartet starke US-Arbeitsmarktbericht vom Freitag hatte an der Wall Street einen Ausverkauf bei Technologiewerten ausgelöst — mit Folgen für Asien und Europa. Wer auf baldige Fed-Zinssenkungen gesetzt hatte, musste diese Erwartung revidieren.
Verlierer und Gewinner im Index
Besonders hart traf es zinssensible Immobilienwerte: Vonovia, LEG und Aroundtown verloren zwischen 2,1 und 3,5 Prozent. Luftfahrt- und Reisewerte wie Airbus, Lufthansa und TUI büßten wegen der Nahost-Lage bis zu 1,5 Prozent ein.
Auf der Gewinnerseite versuchten Halbleiterwerte eine Stabilisierung. Infineon gewann als DAX-Spitzenreiter 2,2 Prozent, nachdem der Titel zuvor deutlich von seinem Jahreshoch abgesackt war. Auch Chipausrüster wie Aixtron und Siltronic legten zu.
Im MDAX verlor LANXESS 5,9 Prozent, nachdem Goldman Sachs mehrere Chemiewerte abstufte und einen neuerlichen Abschwung für die europäische Branche befürchtet.
Schwache Konjunkturdaten als Hintergrundrauschen
Dass der DAX zuletzt rund 800 Punkte unter seinem Allzeithoch vom 13. Januar bei 25.507,79 Punkten notiert, liegt nicht nur an der Tagesstimmung. Die deutschen Auftragseingänge sanken im April um 3,8 Prozent — stärker als erwartet und nach dem deutlichen Vormonatsanstieg ein Rückschlag. Besonders die Automobil- und die Elektroindustrie verzeichneten hohe Rückgänge. Der Sentix-Investorenvertrauensindex für Deutschland verbesserte sich im Juni zwar leicht auf -28,5, bleibt aber tief im negativen Bereich — die Erwartungen hellen sich auf, die aktuelle Lage jedoch kaum.
Wie stark der Erholungskurs trägt, wird sich zeigen, wenn sich klärt, ob der Iran-Israel-Konflikt tatsächlich wieder eingefroren wird — oder ob die nächste Eskalationsstufe neue Risikoprämien in die Märkte treibt.
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