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DAX: Fed-Bangen bremst Höhenflug

Der DAX scheitert knapp an seinem Rekordhoch, da Anleger vor Fed-Zinsentscheidung und US-Tech-Berichten vorsichtig agieren. Alte Industrie stützt den Index.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • DAX verfehlt Rekordhoch knapp
  • Ölpreis fällt auf rund 86 Dollar
  • Mercedes-Benz überrascht mit Marge
  • Rheinmetall führt Gewinnerliste an

Der DAX war am Dienstag zum Greifen nah an seinem Rekordhoch – und ließ die Chance dann doch verstreichen. Nach einem starken Vormittag bröckelten die Gewinne im Tagesverlauf ab, am Ende blieb nur noch ein Stand nahe der Nulllinie übrig. Der Grund: Vor der Fed-Zinsentscheidung am Mittwoch und den anstehenden Zahlen der US-Techriesen wird an den Börsen vorsichtig taktiert.

Das jüngste Allzeithoch stammt vom 6. Juli und liegt bei 25.900,10 Punkten. Daran kam der Index diesmal nicht heran, obwohl er im Verlauf zeitweise Kurs darauf nahm.

Ölpreis rutscht, alte Industrie trägt

Rückenwind kam zunächst von der Rohstoffseite. Der Preis für ein Fass Brent-Rohöl fiel zeitweise auf rund 86 Dollar – vergangene Woche hatte die Nordseesorte noch über 100 Dollar gekostet. Auslöser ist die Hoffnung auf eine Wiederaufnahme der Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran, nachdem die US-Angriffe auf den Iran zum Wochenende pausiert hatten. Auch Teheran hatte signalisiert, seine Attacken vorerst einzustellen.

Während der weltweite Tech-Sektor unter Druck aus Fernost leidet – der KOSPI brach zweistellig ein, Nvidia geriet unter Druck durch wachsende China-Konkurrenz und milliardenschwere Finanzierungsnotwendigkeiten –, blieb der DAX dank seiner geringen Tech-Gewichtung zunächst weitgehend verschont. Infineon und Siemens Energy, sonst ein Profiteur der KI-Nachfrage nach Strom, rutschten dennoch ans Indexende ab.

Getragen wurde der Markt stattdessen von der „Old economy“. Autowerte legten nach den Quartalszahlen von Mercedes-Benz kräftig zu. Der Autobauer kappte zwar wegen der anhaltenden China-Schwäche seine Umsatzprognose und schrieb 704 Millionen Euro auf die dortigen Gemeinschaftsunternehmen ab. Die Marge im Pkw-Geschäft fiel mit 4 Prozent aber besser aus als von Analysten erwartet – Anleger honorierten das mit Kursgewinnen, BMW, Volkswagen und Daimler Truck zogen mit.

Rüstung und Software liefern Impulse

Rheinmetall führte das Feld mit einem Plus von rund 4 Prozent an und könnte damit seinen seit Januar laufenden Abwärtstrend brechen. Rüstungswerte waren insgesamt gefragt.

Im Software- und IT-Bereich setzte sich die Stärke der Vortage fort. Nemetschek legte nach der Bestätigung der Jahresziele zu, nachdem der Konzern seine Prognose um die Übernahme des US-Anbieters HCSS angepasst hatte. Bechtle sprang nach einer erhöhten Jahresprognose zweistellig, TeamViewer drehte trotz eines Umsatzrückgangs ins Plus. Bei den Analystenurteilen gab es Bewegung in beide Richtungen: Fresenius Medical Care wurde von Exane BNP Paribas auf „Underperform“ zurückgestuft, während der Düngerhersteller K+S von derselben Bank auf „Outperform“ hochgestuft wurde.

Die entscheidenden Impulse dürften nun aus den USA kommen. Am Mittwoch gibt die Fed ihre Zinsentscheidung bekannt, am Mittwoch und Donnerstag legen mit Microsoft, Meta, Apple und Amazon vier der wichtigsten Tech-Konzerne der Welt ihre Quartalszahlen vor. Diese Berichte dürften zeigen, ob der KI-Handel an den Börsen wieder Fahrt aufnimmt oder die aktuelle Skepsis anhält.

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Dr. Robert Sasse

Dr. Robert Sasse ist promovierter Ökonom und Unternehmer mit umfassender Expertise in Finanzmärkten und Wirtschaftstheorie. Seine akademische Ausbildung verbindet er mit praktischer Unternehmenserfahrung, um fundierte Analysen zu langfristigen Anlagestrategien zu liefern.

Als Verfechter einer marktwirtschaftlichen Ordnung fokussiert sich Dr. Sasse auf die Vermittlung von Strategien für nachhaltigen Vermögensaufbau durch Aktieninvestments. Seine wissenschaftlich fundierten Beiträge auf stock-world.de richten sich an Anleger, die eigenverantwortliche, informierte Entscheidungen für ihre finanzielle Zukunft treffen möchten.

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