Der DAX hat seine Tagesverluste am Dienstag fast komplett abgeschüttelt. Zeitweise rutschte der Index bis an die 25.000er-Marke, am Ende stand ein minimales Minus von 0,06 Prozent bei 25.304 Punkten. Auslöser der späten Erholung waren sinkende Ölpreise und vage Hoffnungen im Nahost-Konflikt.
Öl und Diplomatie stützen
Am Markt kursierten Gerüchte über einen möglichen Kompromissvorschlag von Vermittlern aus Katar und Pakistan im Streit zwischen den USA und dem Iran. Die Öl- und Gaspreise gaben nach, Brent notierte zuletzt bei rund 108 Dollar. Parallel dazu half die freundliche Stimmung an der Wall Street. Der Dow Jones legte zum europäischen Schluss um 0,9 Prozent zu.
Technisch stabilisierte sich der DAX knapp über der 21-Tage-Linie, die für den kurzfristigen Trend als relevant gilt. Fluglinien wie Lufthansa profitierten vom Rückgang beim Öl und gewannen bis zu 2,6 Prozent.
Schwache Daten, nervöse KI-Werte
Die Konjunktursignale fielen dagegen durchwachsen aus. Die deutschen Erzeugerpreise sprangen im September gegenüber dem Vormonat um 1,9 Prozent, auf Jahressicht liegen sie 6,7 Prozent höher. Der ZEW-Index fiel um 6,6 auf 28,1 Punkte, vor allem die Aussichten für den privaten Konsum trüben sich ein.
Bei KI-nahen Titeln wächst die Skepsis. ABB meldete zwar Rekordaufträge, verfehlte aber die hohen Gewinnerwartungen und verlor 5 Prozent. Siemens gab im Sog 2,2 Prozent nach, auch Infineon und Siemens Energy zählten zu den größten Verlierern. Marktteilnehmer verweisen auf Zweifel an der Profitabilität der enormen Investitionen und auf steigende Marktzinsen.
Eon und Qiagen vorn
An der Index-Spitze standen zwei Werte mit eigenen Impulsen. Qiagen gewann 3,8 Prozent und erreichte den höchsten Stand seit Mitte Februar, getrieben von Übernahmegerüchten. Eon legte 2,9 Prozent zu. Der Versorger arbeitet nach Medienberichten an einem Sparprogramm unter dem Namen „Polaris“, das 2027 starten könnte. Eon bestätigte lediglich, am Managementmodell zu feilen, konkrete Beschlüsse gebe es noch nicht.
Merck KGaA stieg dank eines starken Gesundheitssektors um 1,4 Prozent. Deutsche Börse legte vor der Zahlenvorlage um 0,4 Prozent zu.
Termine im Blick
Heute Abend legte SpaceX Zahlen vor, am Mittwoch folgen Meta, IBM und SAP. Ihre Berichte dürften zeigen, wie belastbar der KI-Optimismus noch ist. Nächste Woche stehen die Zinsentscheidungen von EZB und US-Notenbank an. Der DAX liegt seit Jahresbeginn gut 3 Prozent im Plus, hinter vielen anderen europäischen Börsen.
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