Der Handel am Freitag dürfte versöhnlich beginnen. Der Broker IG taxierte den Leitindex vor dem Xetra-Start mit einem Plus von knapp 0,7 Prozent bei 25.557 Punkten. Auf Wochensicht stünde damit ein Zuwachs von rund 1,9 Prozent.
Warum der DAX dem Tech-Beben trotzte
Am Donnerstag schloss der Index 0,3 Prozent höher bei 25.383 Punkten und entzog sich damit dem weltweiten Ausverkauf bei Technologiewerten. Zwei Faktoren stützten ihn: deutlich gesunkene US-Renditen und das geringe Gewicht der KI-Profiteure im Index. Im Mittelpunkt stand die Sorge um die Finanzierung des KI-Ausbaus. Auslöser waren überraschend hohe US-Inflationsdaten und stärker gestiegene Erzeugerpreise, die Chipwerte weltweit belasteten.
Infineon traf es als schwächsten DAX-Wert mit einem Minus von 5,2 Prozent. Auch Hochtief, RWE und Siemens Energy gaben nach. Gefragt waren dagegen Scout24, Rheinmetall und Zalando.
Im MDAX brach Aixtron um 12,7 Prozent ein. Nach Handelsschluss legte der Anlagenbauer vorläufige Zahlen vor, die klar über dem Konsens lagen, und bestätigte die Jahresprognose. Auf Tradegate zog die Aktie am Abend um rund acht Prozent an.
Ölpreis und Renditen als Stimmungsfaktoren
Die Gegenbewegung kommt von mehreren Seiten. An der Wall Street stabilisierten sich die Kurse, der Nasdaq 100 schloss praktisch unverändert, nachdem er zwischenzeitlich 1,8 Prozent verloren hatte. In Asien setzte am Freitag eine Erholung ein. Der japanische Nikkei stieg um 1,7 Prozent und beendete eine Serie von sechs Verlusttagen.
Etwas nachgebende Ölpreise und Anleiherenditen könnten den Wochenausklang zusätzlich stützen. Die Lage am Ölmarkt bleibt allerdings angespannt: Nach Treffern auf zwei Handelsschiffe in der Straße von Hormus lag Brent zuletzt bei gut 106 Dollar je Barrel. Die EU-Staats- und Regierungschefs wollen wegen der Energiepreiskrise neue Instrumente zur Kostensenkung. Die Kommission soll Vorschläge erarbeiten, Details blieben offen.
Termine am Freitag
Um 11:00 Uhr stehen die Verbraucherpreise der Eurozone für September an. Erwartet wird die Bestätigung der Vorabschätzung von 3,8 Prozent. Um 15:15 Uhr folgen in den USA Industrieproduktion und Kapazitätsauslastung, der Konsens sieht ein Produktionsplus von 0,4 Prozent. Unternehmensseitig legen Schneider Electric und Travelers Quartalszahlen vor.
Ein bestätigter Inflationswert in der Eurozone würde den Preisdruck nicht verschärfen, ein höherer Wert dürfte dagegen die Zinssorgen vom Mittwoch neu entfachen.
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