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Symbolbild, KI-generiert

DAX: Einzelwerte sorgen für Ausschläge

Schwächere US-Inflationsdaten stützen den DAX, während Gewinnwarnungen und Übernahmegerüchte für zweistellige Kursbewegungen bei Einzelwerten sorgen.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • US-Inflationsdaten entlasten die Fed
  • Ölpreis steigt auf Monatshoch
  • Evotec bricht nach Gewinnwarnung ein
  • Salzgitter und Delivery Hero legen zu

Ein Leitindex im Gleichschritt, einzelne Aktien im freien Fall oder im Höhenflug — dieser Kontrast prägte den Handel am Dienstag. Während der DAX sich kaum bewegte, rissen Gewinnwarnungen und Übernahmegerüchte einzelne Werte zweistellig nach oben oder unten.

Am Ende stand ein Plus von 0,13 Prozent auf 25.147,03 Punkte. Der Index verteidigte damit die runde Marke von 25.000 Zählern, nachdem er zwischenzeitlich klar darunter gerutscht war.

Inflationsdaten nehmen Druck von der Fed

Auslöser für die Erholung waren US-Verbraucherpreise, die im Juni schwächer stiegen als erwartet. Das nimmt Druck von der US-Notenbank, ihre Zinsen im Kampf gegen die Teuerung weiter anzuheben — eine Nachricht, die riskantere Anlagen wie Aktien tendenziell stützt. Fed-Chef Kevin Warsh dämpfte die Euphorie allerdings mit dem Hinweis, eine erhöhte Inflation werde man nicht tolerieren.

Ölpreise und Trumps Kurswechsel

Zuvor hatte der Nahost-Konflikt die Stimmung belastet. Ein Fass der Sorte Brent kostete zuletzt 85,37 Dollar, ein Plus von 2,5 Prozent gegenüber Montag.

Zeitweise stieg der Preis sogar über 87 Dollar — der höchste Stand seit rund einem Monat. Anfang Juli hatte ein Fass noch bei etwa 70 Dollar gelegen.

Hintergrund war die von US-Präsident Trump angekündigte Wiederaufnahme der Seeblockade gegen iranische Häfen, verbunden mit einer geplanten Gebühr von 20 Prozent des Frachtwerts für die Durchfahrt der Straße von Hormus. Nur wenig später ruderte Trump zurück: Die Gebühr solle durch Handels- und Investitionsabkommen mit Golfstaaten ersetzt werden. Die Weltschifffahrtsorganisation IMO und deutsche Reeder hatten den ursprünglichen Vorstoß zuvor als völkerrechtswidrig kritisiert. Die US-Angriffe auf Ziele im Iran liefen unterdessen weiter.

Gewinner und Verlierer im Index

Ein Kursrutsch bei IBM von mehr als 25 Prozent nach enttäuschenden Umsatzzahlen belastete die gesamte Softwarebranche. SAP verlor im Sog 2,8 Prozent. Noch härter traf es Evotec: Der Pharmawirkstoff-Entwickler senkte seine Jahresziele deutlich unter die Analystenschätzungen, die Aktie brach um 24,1 Prozent ein und markierte zeitweise den tiefsten Stand seit rund zehn Jahren.

Auf der Gewinnerseite legte Salzgitter nach einer Kaufempfehlung von Jefferies um 7,1 Prozent zu — der Analyst sieht den Konzern als Profiteur steigender Stahlpreise durch europäische Protektionsmaßnahmen. Delivery Hero gewann 5,8 Prozent, nachdem Berichte über fortgeschrittene Übernahmegespräche mit Uber die Runde machten. Siemens Energy stieg um 2,3 Prozent, nachdem der Konzern seine Umbenennung in Omterra bekanntgab — JPMorgan-Analyst Phil Buller erwartet dadurch einen früheren Wegfall von Lizenzgebühren und damit eine schnellere Margenverbesserung.

Für die laufende Berichtssaison bleibt die Lehre aus IBM und Evotec greifbar: Verfehlte Erwartungen werden derzeit besonders hart abgestraft, während positive Sondermeldungen wie bei Salzgitter oder Delivery Hero zweistellige Kurssprünge auslösen können.

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