Nach drei schwachen Handelstagen hat sich der DAX am Donnerstag zurückgemeldet. Der Leitindex schloss mit einem Plus von 0,63 Prozent bei 26.003,32 Punkten und eroberte damit die psychologisch wichtige 26.000er-Marke zurück. Zuvor hatte der Index in Summe rund drei Prozent verloren.
Den Ausschlag gab eine Verschnaufpause beim Ölpreis, der zuletzt kräftig gestiegen war und die Anleger zunehmend belastet hatte. Am Nachmittag, zum Start der US-Börsen, zogen die Kurse spürbar an.
Zusätzlich halfen Aussagen von Fed-Gouverneur Christopher Waller: Er deutete an, sich auf der Notenbanksitzung am 16. September für eine Beibehaltung des aktuellen Zinsniveaus auszusprechen, sollten sich die Inflationsdaten weiter in die richtige Richtung bewegen. Das dämpfte zugleich den zuletzt kräftigen Anstieg der Anleiherenditen, der neben dem Ölpreis als Belastungsfaktor der vergangenen Tage galt.
Unterstützung hält vor wichtiger Marke
Charttechnisch bleibt die Lage bemerkenswert stabil. Am Mittwoch hatte der DAX bei 25.727 Punkten Unterstützung gefunden — noch bevor er die vielbeachtete 50-Tage-Linie erreichte. Dieser gleitende Durchschnitt gilt als wichtiger Indikator für den mittelfristigen Trend, und dass der Index dort abprallte statt sie zu testen, werten Marktteilnehmer als Stärkezeichen.
Erst am vergangenen Freitag hatte der Leitindex mit 26.618,74 Punkten ein Rekordhoch erreicht, auf Schlusskursbasis stand die Bestmarke bei 26.569,99 Zählern. Die Korrektur der vergangenen Tage hatte also einen frischen Höhenflug jäh unterbrochen.
Iran-Sorgen bleiben im Hintergrund
Für zusätzliche Erleichterung sorgten Äußerungen von Donald Trump, der von nur kurzzeitigen Attacken auf den Iran gesprochen hatte. Portfoliomanager Thomas Altmann von QC Partners ordnete dies als genau das ein, was die Börsen aktuell hören wollten — warnte aber vor verfrühtem Optimismus. Die Straße von Hormus bleibe weiterhin geschlossen, ein dauerhafter Frieden zwischen den Konfliktparteien sei auch bei einem Ende der Attacken nicht in Sicht.
Auf Einzeltitelebene sorgte am Nachmittag ein Bericht für Bewegung, wonach Volkswagen Beteiligungen abbauen könnte, etwa an der Nutzfahrzeugtochter Traton. Die VW-Vorzugsaktie zog um 3,6 Prozent an und führte damit die Kursgewinne im Index an.
Der nächste Test folgt bereits am Freitag: Dann stehen US-Arbeitsmarktdaten an, die über die weitere Zinserwartung mitentscheiden dürften. Hält der DAX die 26.000-Punkte-Marke bis dahin, wäre das aus technischer Sicht ein starkes Signal für die Käuferseite.
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