Der DAX versucht sich am Montag an einer Stabilisierung – nach drei schwachen Wochen und einem Rutsch bis auf sein Tagestief von 25.285 Punkten am Freitag. Die 100-Tage-Linie hat den Index dort bereits zum zweiten Mal aufgefangen. Charttechnisch bleibt die Lage jedoch angespannt: Ein „Evening Star“ im Tageschart und ein Doppel-Top bei rund 26.665 Punkten in den Futures deuten auf anhaltenden Verkaufsdruck hin.
Rückenwind kommt von der Ölseite. Die Preise für Brent-Rohöl fielen zuletzt deutlich, begünstigt durch diplomatische Hoffnungen im Nahost-Konflikt und ein anstehendes Treffen zwischen US-Präsident Donald Trump und Golfstaaten-Vertretern bei der UN-Generalversammlung.
Sinkende Energiekosten wirken traditionell stützend auf europäische Indizes – ebenso die freundlichen Vorgaben aus Asien, wo Nikkei, Shanghai Composite und Hang Seng zum Wochenstart zulegten.
Charttechnik bremst die Erholung
Nach dem Rekordhoch von 26.618 Punkten hat der DAX in den vergangenen drei Wochen spürbar an Boden verloren. Der Broker IG taxierte den Index rund zweieinhalb Stunden vor Handelsstart 0,4 Prozent höher auf 25.418 Punkte. Das wäre ein Erholungsversuch, kein Befreiungsschlag – die kurzfristigen Durchschnittslinien bleiben unterschritten, das Momentum zeigt weiter nach unten.
Genau darin liegt das Risiko für die laufende Woche. Ein Evening-Star-Muster gilt unter Chartanalysten als Warnzeichen für eine mögliche Trendwende nach unten, ist für sich allein aber noch kein Verkaufssignal. Erst ein Bruch der 100-Tage-Linie nach unten würde die Lage verschärfen.
Einzelwerte und Indexrotation
Auf Unternehmensseite belastete die Gewinnwarnung von Volkswagen den Sektor: Der Autobauer senkte seine Prognose für 2026 wegen einer milliardenschweren Abschreibung auf Porsche, schwacher China-Geschäfte und Kosten für den Konzernumbau. Beide Aktien gaben deutlich nach.
Parallel dazu justierte die Deutsche Börse die Index-Zusammensetzung: Ströer steigt in den MDAX auf, Hugo Boss muss das Feld räumen. Volkswagen fliegt zudem aus dem EuroStoxx 50.
Sollte die Ölpreis-Entspannung anhalten und die 100-Tage-Linie halten, hätte der DAX eine Basis für eine Gegenbewegung. Scheitert der Index dagegen erneut an dieser Marke, dürfte das Doppel-Top in den Futures zum bestimmenden Thema der Woche werden.
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