Der DAX geht mit Rückenwind in die neue Woche. Auf Wochensicht legte der Leitindex 2,53 Prozent auf 25.818 Punkte zu, obwohl Alphabet und Intel nach ihren Zahlen zweistellig einbrachen. Nun ballen sich die Termine: US-Kongresswahlen, Arbeitsmarktbericht und eine dichte Berichtssaison.
Jahresendrallye mit KI-Dämpfer
Vier der fünf Handelstage endeten im Plus. Anleger wollten eine beginnende Jahresendrallye offenbar nicht verpassen. Dann bremste die KI-Angst. Alphabet verlor an einem Tag rund 13 Prozent, bei Intel waren es fast 29 Prozent. Der DAX steckte das vergleichsweise gut weg.
Rückenwind kam auch von der Notenbankseite. Fed und EZB hielten die Zinsen unverändert. Allerdings war bei beiden eine Anhebung Thema: Bei der Fed stimmten zwei Mitglieder dafür, bei der EZB wurde laut Präsidentin Christine Lagarde darüber debattiert.
Telekom, Rheinmetall, Commerzbank, DHL
Im DAX verdichtet sich alles auf den Donnerstag. DHL hat die Eckdaten bereits vorgelegt, das Jahresziel liegt bei mehr als sieben Milliarden Euro operativem Ergebnis. Die Commerzbank strebt mindestens 3,4 Milliarden Euro Konzernergebnis an.
Rheinmetall peilt einen Umsatz von 13,7 bis 14,2 Milliarden Euro bei rund 19 Prozent operativer Marge an. Siemens Healthineers gibt zudem den ersten Ausblick auf das neue Geschäftsjahr.
Schon am Mittwoch zeigt BMW, wie stark die Marge im Autogeschäft leidet. Das Ziel liegt bei ein bis drei Prozent, ein Jahr zuvor waren es noch 5,2 Prozent. Continental berichtet am selben Tag, die Prognose gilt nur noch für das Reifengeschäft. Am Dienstag legt Bayer vor, am Freitag folgt Daimler Truck.
Makro-Termine mit Gewicht
Am Dienstag wählen die USA das Repräsentantenhaus und rund ein Drittel des Senats. Für die Börse zählt weniger der Sieger als die Frage, ob Zoll- und Haushaltsgesetze danach schwerer durchkommen. Ein knappes Ergebnis wäre das unangenehmste Szenario, erste belastbare Resultate gibt es erst in der Nacht zum Mittwoch.
Am Freitag folgt der US-Arbeitsmarktbericht. Im September entstanden nur 29.000 Stellen, erwartet waren rund 90.000. Dennoch preist der Terminmarkt eine Fed-Anhebung im Dezember mit rund 70 Prozent ein. Ein schwacher Bericht würde sie ins Wanken bringen, ein starker die Renditen Richtung fünf Prozent treiben.
Auch die Heimatdaten liefern Stoff. Die deutsche Wirtschaft wuchs im dritten Quartal um 0,2 Prozent, die Inflation fiel im Oktober auf 2,8 Prozent. Am Mittwoch kommt die Schnellschätzung für die Eurozone, im September lag die Rate dort bei 3,8 Prozent.
Zum Wochenstart eröffnen Apple und Palantir am Montagabend die nächste Runde der US-Berichtssaison. Die Wall Street öffnet seit der Zeitumstellung wieder um 15:30 Uhr deutscher Zeit.
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