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DAX: Bilanzsaison trotzt Ölpreis-Sprung

Der deutsche Leitindex zeigt sich trotz steigender Ölpreise stabil. Robuste Bilanzen von Deutscher Bank, RWE und BASF stützen den Markt.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • DAX trotzt geopolitischen Spannungen
  • Ölpreis steigt nach neuen Iran-Angriffen
  • Deutsche Bank meldet Rekordgewinn
  • US-Notenbank-Entscheid steht bevor

Während der Ölpreis wegen neuer Angriffe im Nahost-Konflikt kräftig anzieht, hält sich der DAX erstaunlich stabil. Der Grund: Eine Reihe robuster Quartalszahlen deutscher Schwergewichte fängt die Nervosität ab, die eigentlich von der geopolitischen Lage ausgehen müsste.

Zum Handelsstart am Mittwoch legte der deutsche Leitindex rund 0,35 Prozent zu und kletterte auf etwas über 25.550 Punkte. Damit testet er erneut jene Marke, an der er in den beiden Tagen zuvor jeweils abgeprallt war. Im späteren Verlauf pendelte der Index dann knapp oberhalb der Nulllinie.

Iran-Angriffe treiben den Ölpreis

Erstmals seit dem vorläufigen Ende der US-Angriffe auf Ziele im Iran hat Teheran nach Darstellung des US-Militärs erneut ballistische Raketen auf US-Truppen im Nahen Osten abgefeuert. Die Geschosse seien allerdings abgefangen worden, teilte das US-Regionalkommando Centcom mit. Die Nordsee-Sorte Brent reagierte trotzdem deutlich und verteuerte sich am Morgen um rund 3,5 Prozent auf über 87 US-Dollar je Fass.

Marktbeobachter werten die Lage als weiterhin unübersichtlich, zumal Berichte über mehrere Angriffe auf US-Militärbasen kursieren. In Asien hatten Anleger bereits reagiert: Technologiewerte setzten ihre Korrektur fort, verstärkt durch eine enttäuschende Jahresprognose des südkoreanischen Chipherstellers SK Hynix.

Bankenzahlen als Gegengewicht

Im DAX selbst sorgten vor allem Deutsche Bank, RWE und BASF für Auftrieb — alle drei hatten am Morgen Geschäftszahlen vorgelegt, die bei Anlegern gut ankamen. Die Deutsche Bank überraschte dabei mit einem Gewinn auf Rekordniveau. Am unteren Ende der Kursliste fanden sich Hochtief sowie die Rückversicherer Hannover Rück und Münchener Rück.

Der MDAX konnte von der Stimmung nicht profitieren und gab leicht nach, während der EuroStoxx 50 ähnlich wie der DAX moderat zulegte. Zum Allzeithoch vom 6. Juli bei 25.900,10 Punkten fehlen dem deutschen Leitindex weiterhin rund 350 Punkte.

Der Handelstag bleibt richtungsweisend: Am Abend entscheidet die US-Notenbank unter ihrem neuen Vorsitzenden Kevin Warsh über den Leitzins, während nach US-Börsenschluss Microsoft und Meta ihre Quartalsberichte vorlegen. Beide Ereignisse dürften darüber mitbestimmen, ob der DAX die Hürde über 25.550 Punkten in den kommenden Tagen endlich überwinden kann.

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Felix Baarz

Felix Baarz ist Wirtschaftsjournalist mit mehr als 15 Jahren Erfahrung in der Berichterstattung über internationale Finanzmärkte. Als gebürtiger Kölner begann er seine Laufbahn bei einer deutschen Fachpublikation, bevor er für sechs Jahre nach New York zog.

In New York berichtete er direkt aus dem Zentrum der globalen Finanzwelt über Entwicklungen an der Wall Street und wirtschaftspolitische Entscheidungen von internationaler Tragweite. Diese Zeit prägte seine analytische Herangehensweise an komplexe Wirtschaftsthemen.

Heute arbeitet Baarz als freier Journalist für führende deutschsprachige Wirtschafts- und Finanzmedien. Seine Schwerpunkte liegen auf der fundierten Analyse globaler Finanzmärkte und der verständlichen Aufbereitung wirtschaftspolitischer Zusammenhänge. Neben seiner schriftlichen Arbeit moderiert er Fachdiskussionen und nimmt an Expertenrunden teil.

Sein journalistischer Ansatz kombiniert tiefgreifende Recherche mit präziser Analyse, um Lesern Orientierung in einer sich wandelnden Wirtschaftswelt zu bieten.